Luftdichtheit von Gebäuden

Über gesetzliche Anforderungen und Förderbedingungen hinaus ist ein luftdicht erstelltes Gebäude heute Stand der Technik, um Energieverluste und Feuchteschäden zu vermeiden, die Funktion der Lüftungsanlage zu gewährleisten, die Behaglichkeit in den Räumen zu steigern sowie aus Schall- und Brandschutzgründen.

Das Zentrum für Energie-, Wasser- und Umwelttechnik, kurz ZEWU, führt Messungen der Luftdichtheit von Gebäuden als Dienstleistung für Handwerksbetriebe durch.

Unsere Leistungen im Überblick:

Beratung vor Baubeginn (kostenlos)

  • Telefonische Beratung in der Planungsphase (kostenlos)
  • Persönliche Beratung zu Dichtheitsfragen nach Vereinbarung (Kosten nach Aufwand)
  • Telefonische Beratung zum Zeitpunkt bzw. zum Ablauf einer Messung (kostenlos)
  • Erstellung eines individuellen Angebotes (kostenlos)
  • Versand eines Infoblattes (kostenlos)

Messungen (Kosten nach Aufwand)

  • Vor-Ort-Termine
  • Berechnung des Nettovolumens
  • Messung der Luftwechselrate zur Qualitätssicherung während der Bauphase
  • Abnahmemessung nach EnEV / DIN 4108-7, DIN EN 13829
  • Leckageortung mit Beratung zu Abdichtungsmöglichkeiten
  • Auswertung des Protokolls im Bericht
  • Erstellung eines Zertifikats bei DIN-Messungen

Ablauf einer Messung

Wir bieten Ihnen auf Wunsch folgende Messungen an:

Abnahmemessung (Verfahren A nach DIN EN 13829)

Die Messung kann stattfinden, nachdem das Gebäude fertiggestellt ist (Nutzungszustand). Sie erhalten von uns anschließend das Abnahmeprotokoll mit einem Bericht. Temporäre Abklebungen werden nicht vorgenommen.

Messung zur Qualitätssicherung (Verfahren B in Anlehnung an EN 13829)

Das Gebäude kann sich im qualifizierten Rohbauzustand befinden. Die Luftdichteebene (z.B. Dachfolie, Innenputz, Fenster, Abdichtung von Rohranschlüssen) muss fertiggestellt sein. Bei Abweichungen vom nutzungszustand sind temporäre Abdichtungen vorzunehmen. Sie erhalten von uns eine Auswertung mit Abnahmeprotokoll und Nachbesserungsvorschlägen (falls notwendig).

Ablauf der Messung

Bei der Durchführung der Messung wird vom Messteam ein elektrisch betriebenes Gebläse in den Rahmen einer geöffneten Eingangs- oder Terrassentür oder eines Fensters eingespannt. Das lichte Maß dieser Öffnung muss min. 0,64 x 1,30 m und max. 1,02 x 2,4 m betragen. Es sollten möglichst wenig Beschläge und eine Falztiefe von min. 2 cm vorhanden sein. Mit dem Gebläse wird Unter- bzw. Überdruck im Gebäude erzeugt. Es wird die Luftmenge bestimmt, die bei evtl. vorhandenen Leckagen der Gebäudehülle strömt.

Vorbereitungen am Gebäude

Raumluftabhängige Wärmeerzeuger innerhalb des gemessenen Gebäudeteils müssen stillgelegt sein, Asche aus Feststoffbrennstellen entfernt werden. Alle verschließbaren Öffnungen (Türen, Fenster, Kaminzug) müssen geschlossen werden. Mechanische Lüftungs- und Klimaanlagen werden ausgeschaltet. Die Innentüren werden geöffnet, so dass ein Luftverbund vorhanden ist. Alle Bauteile der Gebäudehülle (Wand, Dach, Boden, Fenster) sollten von innen gut zugänglich sein. Bei Bedarf ist eine Leiter oder ein Gerüst bereitzustellen. Es wird ein Stromanschluss (230 V, 16A) benötigt.

Erforderliche Unterlagen

Folgende Unterlagen müssen dem ZEWU mindestens 1 Woche vor Messung zugesandt werden:

  • schriftlicher Auftrag mit genauer Adresse des zu messenden Gebäudes sowie Anfahrtsskizze,
  • für die Berechnung des belüfteten Raumvolumens: ein Satz Hauspläne mit Grundrissen, Schnitten und Ansichten sowie falls vorhanden Flächen-/ Volumenberechnung.


Sonstige Randbedingungen

Um eine ordnungsgemäße Messung zu gewährleisten, sollte während ihrer zirka zweistündigen Dauer (Einfamilienhaus) der Baubetrieb ruhen. Bitte beachten Sie, dass durch entstehenden Luftzug evtl. Stäube aufgewirbelt werden können. Im Interesse einer ausreichenden Messgenauigkeit kann der Test nicht an Tagen mit starken, böigen Winden durchgeführt werden.

Temporäre Abdichtungen:

  • Bei allen Öffnungen, die den aktuellen vom fertigen Bauzustand unterscheiden, sind sinngemäß Abklebungen vorzunehmen (i.d.R. mit Baufolie und breitem Klebeband). Alle verschließbaren Öffnungen in der Gebäudehülle (Türen, Fenster, Luken, Kaminzug) sollen mit Platten oder Folien verschlossen sein.
  • Abflüsse, die noch nicht durch Wasser im Siphon abgedichtet sind,
  • die Ansaug- und Ausblasöffnungen der Lüftungsanlage in Außenwänden.

Nicht geschlossen oder verklebt werden dagegen Briefkastenschlitze in der Haustür, die Ofentür eines Kachelofens, das Absaugrohr einer Therme, Haushaltsgeräte wie Dunstabzugshaube oder Wäschetrockner.

Anforderungen an die Dichtheit und Messkosten

Das Innenraumvolumen darf unter Prüfbedingungen (50 Pa Druckdifferenz zwischen außen und innen) in der Stunde maximal 1,5-mal bei Gebäuden mit Lüftungsanlage bzw. 3-mal bei Fensterlüftung mit der Außenluft ausgetauscht werden.

Die Kosten jeder Prüfung werden nach Messaufwand kalkuliert. Wir unterbreiten Ihnen gerne ein Angebot.

Blower-Door-Messverfahren

Das Verfahren zur Bestimmung der Luftdichtheit ist in der DIN EN 13829 festgelegt (Differenzdruckverfahren) und wird durch uns mit dem anerkannten "Blower-Door-Messgerät" ausgeführt.

Durch den Blower-Door-Test lassen sich Leckagen feststellen, weil eine Windbelastung folgendermaßen simuliert wird: Sämtliche baulichen Öffnungen (Fenster, Außentüren) werden geschlossen, alle Innentüren hingegen geöffnet. Dann wird im Inneren des Hauses ein Unterdruck von 50 Pascal aufgebaut. Dieser Druck entspricht einer Windgeschwindigkeit von etwa neun Metern in der Sekunde oder knapp Windstärke 5.

Die Druckdifferenz baut ein in einer Außentür angebrachter, großdimensionierter Ventilator auf, der ständig Luft aus dem Gebäude absaugt oder einströmen lässt. Die Luftmenge, die durch den Ventilator strömt, wird in Abhängigkeit der Wetterlage berechnet. Sie ergibt den "n50-Wert", mit dem die Dichtigkeit eines Gebäudes quantifiziert werden kann. Luft, die während des Prüfvorganges nachströmt, gelangt durch undichte Fugen oder andere Lecks in die Gebäudehülle. Der "n50-Wert" darf nach DIN 4108-7 bzw. EnEV bei Gebäuden mit Fensterlüftung 3 h-1 (3-facher Luftwechsel pro Stunde) und bei Gebäuden mit raumlufttechnischen Anlagen 1,5 h-1 (1,5-facher Luftwechsel pro Stunde) nicht überschreiten.

Mit künstlichem Rauch oder einem Windgeschwindigkeits-Messgerät lassen sich Undichtigkeiten lokalisieren und visualisieren. Das Blower-Door-Verfahren ermöglicht sowohl Unter- als auch Überdruckprüfungen. Die Dauer einer Messung ist abhängig vom Umfang und dem baulichen Zustand des Gebäudes. Der minimale Zeitaufwand beträgt zwei Stunden.

Möglich ist auch die zusätzliche thermographische Erfassung dieser Luftströmungen. Steht die Kamera im Innern des unter Unterdruck gesetzten Hauses, so erscheint die von außen einströmende kalte Luft auf dem Wärmebild als blaue Fahne. Wird die Kamera hingegen vor dem Haus platziert und im Gebäude ein Überdruck von 50 Pascal aufgebaut, so bläst warme, "rote" Innenluft durch die undichten Fugen nach außen. Thermographische Ergebnisse liefern nur bedingt Aussagen zur Dichtheit, da sie interpretationsbedürftig sind.

Luftdichtheit - Häufige Leckagen

...an Bauelementen:

  • Fenster mit undichter Einbau- oder Schließfuge
  • Anschluss von Dachfenstern oder Lichtkuppeln
  • Haus- und Wohnungseingangstüren
  • Türschlösser
  • Gurtdurchführungen von Rollläden
  • Dichtungen von Bodeneinschubtreppen
  • Anschlusspunkt Fenster / Tür und Fußboden, insbesondere in den Eckbereichen
  • Stoß von Boden und Wand
  • Kellertür als Dichtungselement
  • Kanäle zwischen Geschossen
  • Briefkästen
  • Installationsschächte und Vorwandinstallationen (an Öffnungen und Anschlüsse)


...in der Fläche:

  • Decke im ausgebauten Dachgeschoss
  • Anschluss einer Holzbalkendecke an eine gemauerte Wand
  • Sanitär- oder Lüftungsinstallationen vor einer gemauerten Wand
  • Anschluss einer Leichtbau-Innenwand an die oberste Geschossdecke oder die Außenwand
  • Mauerwerksundichtigkeiten durch fehlerhaften oder nicht vorhandenen Putz (auch Schachtbereiche)
  • Nachträgliche Bohrungen in Decken und Wände, hinter denen Folienbahnen verlaufen
  • in die Dichtungsebene eingelassene Deckenstrahler
  • Trockenputz (Vorsatzschale)


...an Anschlüssen:

  • Anschluss der Folie an ein massives Bauteil
  • Verklebung der Folienbahnen
  • Rohr- und Kabeldurchführungen durch die Folien
  • Durchdringungen an der Firstpfette
  • Steckdosen in der Massivwand bei Steinen mit hohem Lochanteil
  • Steckdosen in der Leichtbauwand
  • Anschluss der Zuluftelemente an Wand und Fenster
  • Vorwandinstallationen
  • Kalksandsteine für Elektroinstallation (KS-E-Steine)
  • Abdichtung zum Dachgeschoss (Folienanschlüsse)

Warum Luftdichtheit?

Ob Neubau oder Modernisierungsmaßnahme: Oft treten eklatante Schwächen bei der Wärmedämmung auf. Grund dafür sind, neben vorhandenen Wärmebrücken, schlecht oder ungenügend abgedichtete Fugen, Anschlüsse und Durchdringungen. Nach Angabe von Fachleuten kann durch eine einen Millimeter schmale Fuge von einem Meter Länge so viel Wärme entweichen, dass sich der Dämmwert eines gut gedämmten Quadratmeters Dachfläche bei stärkerem Wind (Windstärke 5) bis zu 65 Prozent verringert.

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) schreibt vor, dass die Wärme übertragende Umfassungsfläche dauerhaft luftundurchlässig entsprechend dem Stand der Technik abgedichtet und ein Mindestluftwechsel sichergestellt ist.

In den Wohnungsbauförderungsrichtlinien der Länder werden für Neubau und Modernisierung entsprechende Ausführungen vorgeschrieben und Nachweise gefordert.

Ein wichtiges Ziel ist, den Heizenergiebedarf von Gebäuden zu reduzieren. Dabei setzen sich die Wärmeverluste eines Gebäudes aus zwei Anteilen zusammen: Ein Teil der Wärme entweicht über die Wärmeleitung der Bauteile (Transmission), der andere geht durch Lüftung verloren. Da in den letzten Jahren der Dämmstandard erheblich erhöht wurde, kann heute der Anteil der Lüftungswärmeverluste eines Gebäudes mehr als 50 Prozent der Gesamtwärmeverluste betragen. Aus diesem Grund wird das Thema "Luftdichtdigkeit von Gebäuden" immer wichtiger, wenn man die ungewollten Wärmeverluste weiter senken möchte.

Folgen einer undichten Gebäudehülle:

  • Durch Undichtigkeit und Bauteilfugen entstehen Wärmeverluste (Lüftungswärmeverluste), da während der Heizperiode kalte Außenluft ins Innere des Gebäudes dringt und warme Innenluft nach außen gelangt. Die Lüftungswärmeverluste übersteigen unter Umständen die Transmissionswärmeverluste.
  • Dringt durch entsprechende Leckagen warme und feuchte Raumluft in die Bauteile ein, so kann dort Kondensation auftreten. Dadurch kann sich Feuchtigkeit im Mauerwerk und der Dämmung ansammeln und zu Bauschäden führen. Die Feuchtigkeit erhöht außerdem die Wärmeleitfähigkeit des Dämmmaterials, wodurch die Wärmeverluste ansteigen.
  • Durch Undichtigkeit (beispielsweise von Fenstern, Türen und Steckdosen) können Zugerscheinungen auftreten, die den Wohnkomfort der Bewohner mindern.
  • Luftdichte Bauweise ist notwendig, um den Außenlärm im Gebäude zu vermindern.

Welche Bedeutung hat die Luftdichtigkeit eines Gebäudes?

Die genannten Gründe sprechen für eine luftdichte Gebäudehülle und damit auch für einen möglichst kontrollierten Luftaustausch zwischen innen und außen.

Ein Mindestluftwechsel ist also notwendig, um feuchte Innenluft gegen Frischluft auszutauschen. Feuchteschäden und dadurch verursachte Schimmelbildung in den Innenräumen werden so vermieden. Um ein gesundes Innenraumklima und das Wohlbefinden der Bewohner sicherzustellen, ist ein Mindestluftwechsel von etwa 30 m³ pro Stunde und Person erforderlich.

Das Problem - einerseits luftdicht bauen, um Wärmeverluste zu vermeiden, andererseits den bauphysikalisch und hygienisch notwendigen Luftwechsel sicherzustellen - lässt sich lösen: Die Gebäudehülle wird möglichst luftdicht ausgeführt und eine Lüftungsanlage stellt den notwendigen Luftwechsel kontrolliert und zuverlässig sicher. Informationen zu diesem Thema erhalten Sie unter unserer angegebenen Telefonnummer oder per E-Mail.

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