Handwerkskammer

Resolutionen der Vollversammlung

Fotograf Klaus Friese

Eines der wichtigsten Organe der Selbstverwaltung des Hamburger Handwerks ist die Vollversammlung der Handwerkskammer. Mit ihren Resolutionen bündelt und bekräftigt sie ihre Positionen zu politischen Fragen. Stellung bezieht sie zu Themen, die für eine positive Entwicklung des Handwerks als bedeutendem Wirtschaftszweig der Stadt wichtig sind.


Der Trend zum Abitur: Herausforderung für das Handwerk und Anforderungen an die schulische Berufsorientierung

23. März 2017 - In den vergangenen Jahren ist der Anteil von Schülerinnen und Schülern mit dem Abitur als Schulabschluss ständig gestiegen. Im Jahr 2013 nahmen erstmals mehr Schulabgängerinnen und -abgänger ein Studium auf als eine duale Ausbildung. Damit gerät das System der dualen Berufsausbildung zunehmend unter Druck und mit ihm ein Großteil der Unternehmen, die auf dual ausgebildeten Nachwuchs angewiesen sind. Aus diesem Grund hat die Vollversammlung der Handwerkskammer in ihrer Sitzung am 23.3.2017 ein Positionspapier „Der Trend zum Abitur: Herausforderungen für das Handwerk und Anforderungen an die schulische Berufsorientierung“ beschlossen. Hauptforderungen des Hamburger Handwerks sind ein deutlicher Ausbau der beruflichen Orientierung an allgemeinbildenden Schulen, die verbindliche und praxisnahe Lehrerfortbildung in diesem Bereich sowie die ernsthafte Vermittlung der Gleichwertigkeit beruflicher und hochschulischer Bildung im Rahmen der beruflichen Orientierung.

Flüchtlinge in Hamburg: Fachkräftepotenzial für das Handwerk heben – Integration in den Arbeitsmarkt beschleunigen

9. Juni 2016 - Die Vollversammlung bekennt sich angesichts der Flüchtlingssituation zu den humanitären Verpflichtungen, die uns aus dem Grundgesetz und der Genfer Flüchtlingskonvention erwachsen. Ohne die Risiken der Entwicklung zu verkennen, setzt das Handwerk darauf, die Situation beherzt und zielorientiert zu gestalten. Bei der Integration von Flüchtlingen muss - neben dem Erwerb der deutschen Sprache und der Akzeptanz der gesellschaftlichen Grundwerte - vor allem die Integration in den deutschen Arbeitsmarkt im Vordergrund stehen. Darin liegen gerade für das Handwerk große Chancen, viele der überwiegend jungen Flüchtlinge als Fachkräfte von morgen zu gewinnen. Die Vollversammlung spricht sich dafür aus, Flüchtlinge verstärkt über das duale System aufzuklären und Betriebe bei der Ausbildung von Flüchtlingen regelhaft zu unterstützen. Darüber hinaus formuliert sie Eckpunkte, die Politik und Arbeitsverwaltung für eine erfolgreiche Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen berücksichtigen müssen.

Wofür wir stehen: Gemeinsame Grundüberzeugungen von Evangelisch-Lutherischer Kirche und Handwerk

8. Dezember 2015 – Die Welt wandelt sich rasch. Im Alltag wie in Wirtschaft und Politik scheint vielfach in Frage gestellt, was bisher fraglos galt. Arbeit und Leben sind Veränderungen unterworfen – nicht immer zum Besseren. Der Wandel ist aber kein Naturereignis, sondern wird von Menschen gemacht. Darum ist wichtiger denn je, an welchen Werten sich unsere Gesellschaft orientiert. Das Handwerk und die Evangelisch-Lutherische Kirche teilen wichtige Grundüberzeugungen und sind – jenseits konfessioneller Bindungen – bereit, dafür gemeinsam und mit anderen in bewegten Zeiten einzustehen.

Die Vollversammlung der Handwerkskammer Hamburg hat in ihrer Sitzung am 8. Dezember 2015 folgende Erklärung zum gemeinsamen Wertefundament von Handwerk und Evangelisch-Lutherischer Kirche beschlossen:

Die Handwerkskammer Hamburg unterstützt Hamburgs Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele 2024

10. Dezember 2014 - Die Bewerbung Hamburgs für die Vergabe der Olympischen Sommerspiele 2024 wird unterstützt. Die Vollversammlung der Handwerkskammer Hamburg sieht vielfache Vorteile in einer Bewerbung. So sind der städtebauliche Impuls durch neue Infrastrukturen, die weltweite Wahrnehmung und langfristige Attraktivität neben den reinen Bauinvestitionen Faktoren, die das Thema Olympia-Bewerbung für das Handwerk mittelbar und unmittelbar wertvoll machen. Die Vollversammlung tritt dafür ein, im Falle der erfolgreichen Bewerbung die Realisierung der Bauvorhaben durch die Unterstützung einer auch für Privatinvestoren verbindlich zu berücksichtigenden Bauvergabe-Plattform mit dem Ziel zu unterstützen, dass auch kleine und mittlere Unternehmen Auftragnehmer werden können.

Hamburger Energiewende: Nachhaltige Investitionen in die Netze statt 100%-Rückkauf

12. Juni 2013 - Fast alle regenerativen und dezentralen Energietechniken werden vom Handwerk mitentwickelt, geplant, installiert und gewartet. Für einen zukunftsweisenden Ausbau ist eine berechenbare Energiepolitik erforderlich. Mit der Beteiligung von jeweils 25,1 Prozent am Hamburger Strom-, Gasverteil- sowie größten Fernwärmenetz und durch wichtige Investitionsvereinbarungen hat sich die Freie und Hansestadt Hamburg einen strategischen Einfluss auf energiepolitische und energiewirtschaftliche Entscheidungen gesichert. Eine vollständige Übernahme der Netze würde für die Freie und Hansestadt Hamburg eine erhebliche Zusatzbelastung bedeuten, der kein adäquater Nutzen entgegensteht.

Energiewende aktiv voranbringen

20. März 2012 - In ihrer Resolution unterstützt die Vollversammlung den Ausstieg aus der Kernenergie. An die Bundesregierung wird der Wunsch nach verlässlichen Rahmenbedingungen gerichtet. Es wird ein Masterplan für den Ausbau erneuerbarer Energien und Maßnahmen für das Energiesparen vorgeschlagen. Gefordert wird der Ausbau der dezentralen regenerativen Energieerzeugung, die Aufstockung des Gebäudesanierungsprogramms sowie eine Unterstützung bei der diesbezüglichen Kompetenzerweiterung von Handwerksbetrieben.

Forderungen des Hamburger Handwerks zur Regulierung der Finanzmärkte

14. Dezember 2011 - Die Regulierung der Finanzmärkte muss angegangen, die Staatsfinanzen konsolidiert und das Reformpaket zur Bankenregulierung (Stichwort "Basel III") im Hinblick auf den Mittelstand nachgebessert werden, um zu vermeiden, dass Kredite schleppend vergeben werden. Die Vollversammlung der Handwerkskammer Hamburg hat auf der Grundlage einer Empfehlung ihres Ausschusses für Wirtschafts- und EU-Politik am 14. Dezember 2011 den nachfolgend im Wortlaut verfügbaren Beschluss gefasst.

Investitionsbank in Hamburg: Positionsbestimmung der Handwerkskammer Hamburg

30. Juni 2011 - Das Arbeitsprogramm des Hamburger Senats vom 19. April 2011 sieht die Errichtung einer Investitionsbank vor, in der sämtliche Fördermittel der Wirtschaftsförderung, des Wohnungsbaus sowie des Umwelt- und Klimaschutzes gebündelt werden sollen. Die Handwerkskammer sieht keinen Bedarf für die Gründung einer Investitionsbank, stellt sich jedoch nicht grundsätzlich gegen dieses Vorhaben. Die Vollversammlung der Kammer hat am 30. Juni 2011 ihre Position zu dieser Frage bestimmt.

Mindestlöhne und Leiharbeit im Handwerk

29. März 2011 - Die Vollversammlung der Handwerkskammer Hamburg hat den einstimmigen Beschluss ihres Ausschusses für Wirtschafts- und EU-Politik zustimmend zur Kenntnis genommen. Damit sieht die Handwerkskammer Hamburg Branchenmindestlöhne als sinnvolles Instrument an, Beschäftigung im Hamburger Handwerk zu sichern. Die Zeitarbeitsbranche sollte in das Arbeitnehmer-Entsendegesetz (AEntG) aufgenommen werden, um gleiche Bedingungen für in- und ausländische Zeitarbeitsunternehmen zu etablieren.

Resolution der Vollversammlung der Handwerkskammer Hamburg für eine langfristig orientierte Flächennutzung

15. Dezember 2010 - In ihrer Resolution wendet sich die Vollversammlung gegen die Politik der Stadt Hamburg, die Prioritäten bei der Nutzung von Flächen zugunsten des Wohnungsbaus zu verschieben. Zwar verkennt das Hamburger Handwerk den Wohnungsbedarf nicht. Es muss jedoch verhindert werden, dass die Existenzgrundlage für Handwerk und Mittelstand beschädigt wird. Wenn Handwerksbetriebe in Randlagen oder ins Umland verdrängt werden, gehen nicht nur Arbeits- und Ausbildungsplätze verloren, sondern auch Steuereinnahmen und nicht zuletzt lebenswerte Stadtteilstrukturen mit Versorgungs- und Servicefunktionen für die Bevölkerung vor Ort.

Stellungnahme zum Rundfunkgebühren-System

24. Juni 2010 - Die geplante Neuregelung des Rundfunkgebühren-Systems sollte insbesondere sicherstellen, dass kleine Betriebe nicht höher belastet werden. Auch müssen die bekannten Probleme zum Beispiel bei Computern und sonstigen Empfangsgeräten in Bildungsstätten des Handwerks oder bei Autoradios im Kfz-Gewerbe gelöst werden. Die Vollversammlung der Handwerkskammer Hamburg hat am 24. Juni 2010 den folgend abrufbaren Text zustimmend zur Kenntnis genommen, der von ihrem Ausschuss für Wirtschafts- und EU-Politik sowie Gewerbeförderung erarbeitet wurde.

Stellungnahme Luftreinhaltepoltik in Hamburg und Umweltzone

24. Juni 2010 - Die Vollversammlung der Handwerkskammer Hamburg begrüßt wirksame und sinnvolle Maßnahmen, um die Luftbelastung in der Stadt zu verringern. Sie hat daher am 24. Juni 2010 den folgend abrufbaren Text zustimmend zur Kenntnis genommen, der von ihrem Ausschuss für Wirtschafts- und EU-Politik sowie Gewerbeförderung und ihrem Ausschuss für Umwelt und Gesundheit erarbeitet worden ist.

Resolution zum Schutz von Nachunternehmern

24. Juni 2010 - Nachunternehmer haben ein berechtigtes Interesse an der Absicherung ihrer Vergütungsansprüche. Die Vollversammlung der Handwerkskammer Hamburg sieht daher die Bedeutung der Diskussion um das Bauforderungssicherungsgesetz. Allerdings sollten verstärkt auch die bestehenden Instrumente betrachtet werden. Der Gesetzgeber ist aufgerufen, die entsprechenden Regelungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs sowie der Zivilprozessordnung weiterzuentwickeln.

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