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Handwerk und Kunden zahlen die Zeche

Präsident Josef Katzer von der Handwerkskammer Hamburg zur Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes Leipzig über Fahrverbote für Dieselautos


Hamburg, 27.02.2018 - 78% der Handwerkerfahrzeuge sind Dieselfahrzeuge. Josef Katzer, Präsident der Handwerkskammer Hamburg, erklärt: „Jetzt gehören das Handwerk und seine Kunden zu denen, die die Zeche bezahlen. Auch wenn die Umsetzung in Hamburg auf unseren Vorschlag hin mit Augenmaß erfolgt und im Wesentlichen Durchfahrtsbeschränkungen „nur“ in der Max-Brauer-Allee und der Stresemannstraße verhängt werden, bleibt ein schaler Beigeschmack: Es ist die Automobilindustrie, die  Schadstoffemissionsmessungen manipuliert und kaum Fahrzeuge mit Alternativantrieben auf den Markt gebracht hat. Die eigentlichen Verursacher der Stickoxid-Thematik sind nicht die Dieselfahrer, sondern die Hersteller der Dieselfahrzeuge. Die Autoindustrie hat es versäumt, saubere Fahrzeuge anzubieten. Die Politik hat die Kontrollen schleifen lassen.“

Bereits im Sommer 2017 hatte sich die Handwerkskammer dafür ausgesprochen, die Durchfahrtsbeschränkungen von den tatsächlichen Schadstoff-Emissionen der Fahrzeuge abhängig zu machen, erläutert Präsident Katzer: „Euronormen geben dies nicht richtig wieder. Ausnahmegenehmigungen für  Fahrzeugtypen mit geringen Emissionen würden wesentlich zur Akzeptanz der geplanten Maßnahmen beitragen. Auch wir Handwerker sind für saubere Luft. Schließlich trägt sie entscheidend zur Gesundheit und Qualität des Lebens bei. Wir sind aber auch für Maßnahmen, die verhältnismäßig, also angemessen sind, regelmäßig überprüft und wieder gelockert werden, wenn die angestrebten Werte erreicht sind. Letztendlich zahlt der Kunde die Verkehrsbehinderungen, denn verlängerte Wegzeiten werden ihm in Rechnung gestellt. Und den EU-Klimazielen kommen wir mit der negativen Diskussion um Dieselfahrzeuge offenkundig nicht näher: 2017 sind die durchschnittlichen CO2-Emissionen von neuzugelassenen Pkw in Deutschland wieder gestiegen. Das kann nicht wirklich gewollt sein."