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Foto: Handwerkskammer Hamburg

Umsatzeinbußen und Verdrängung – Forderungen an die Politik

Wandsbeker Handwerk warnt Bezirkspolitik vor kritischer Entwicklung bei Verkehr und Gewerbeflächen und fordert Abhilfe


Hamburg, 04.07.2018 - Die Handwerkskonjunktur brummt, die Auftragsbücher sind voll. Viele Betriebe arbeiten sechs Tage die Woche, um ihre Kunden und deren Wünsche zufriedenzustellen. Mit mehr Fachkräften, die derzeit auf dem Arbeitsmarkt nicht zu finden sind, könnten die Betriebe noch mehr leisten. Doch nicht nur deshalb ist die Lage für das Wandsbeker Handwerk alles andere als optimal. Darüber tauschten sich rund 30 Betriebsinhaber bei einem Treffen der Reihe „Handwerk Kompakt“ mit Vertretern der Bezirkspolitik aus.

Der Einladung von Bezirkshandwerksmeister Bernd Thielk an die Wandsbeker Politik waren die Bezirksversammlungsmitglieder Jörn Weiske (CDU), John-Patrick Martens (SPD) sowie aus dem FDP-Landesverbandsvorstand der Kreisvorsitzende Alstertal-Walddörfer Frank Mario Stussig gefolgt. Ein besonderes Ärgernis für die Betriebe sind die zahlreichen Baustellen. Bezirkshandwerksmeister Thielk fasste das Problem zusammen: „Immer neue Baustellen verhindern, dass man pünktlich zum Kunden kommt. Man verbringt mehr Zeit im Stau als mit dem eigentlichen Auftrag.“ Als Beispiel führte er die Rahlstedter Straße an, deren Instandsetzung sich seit fast einem Jahr ohne spürbaren Fortschritt hinzieht: „Hiervon sind mehrere Handwerksbetriebe negativ betroffen und müssen teilweise Umsatzeinbußen in Höhe von 30 Prozent hinnehmen.“

Generell kritisierten die Betriebsinhaber verspätete oder fehlende Information über neu eingerichtete Baustellen. Sie forderten die Bezirkspolitik auf, Abhilfe zu schaffen und formulierten drei Forderungen: „Wir fordern einen Koordinator, der Baustellen und bezirkliche Maßnahmen koordiniert und für eine zügige Abwicklung sorgt“, so Bernd Thielk. „Zweitens halten wir einen Projektkoordinator für Baustellen als zwingend erforderlich. Dieser sollte die beteiligten Gewerke steuern und als Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung stehen. Last but not least erwarten wir eine rechtzeitige Information über neue Baumaßnahmen im Bezirk.“

Außerdem wurde das Thema „Handwerkerparken“ angesprochen. „Hamburg verfolgt die Strategie einer digitalen Stadt“ so Thielk, „aber Ausnahmegenehmigungen für das Handwerkerparken können in Hamburg nicht digital beantragt werden. Hier sind andere Städte und Kommunen deutlich besser aufgestellt. Hier erwartet das Wandsbeker Handwerk eine kundenfreundlichere, digitale Lösung.“

Mit Sorge betrachtet das Wandsbeker Handwerk auch die Entwicklung der Gewerbeflächen im Bezirk. „Viele Betriebe, vor allem störende Gewerke, haben mit heranrückender Wohnbebauung zu kämpfen,“ erläutert der Bezirkshandwerksmeister, „wir beobachten, dass das Miteinander von Leben und Arbeiten im Quartier, das früher selbstverständlich war, verlorengeht.“ Die Folge: Betriebe wandern in das Umland ab. Die Zeche zahlt der Kunde, der die längeren Anfahrtswege in Kauf nehmen und zahlen muss.

Bezirkspolitik und Wandsbeker Handwerk bewerten den Austausch über die kritischen Fragen als positiv. „Das Gespräch hat das Verständnis für beide Seiten gestärkt“, so Thielk, „das wollen wir im Sinne des Wandsbeker Handwerks weiter ausbauen.“

Weitere Informationen

Bernd Thielk, Bezirkshandwerksmeister Wandsbek
willy.tel GmbH, Geschäftsführer,
Hinschenfelder Stieg 6, 22041 Hamburg,
Tel.  040  696963-11,
E-Mail: bernd.thielk(at)thiele-gruppe.de

Andreas Kuttenkeuler, Handwerkskammer Hamburg,
Leitung Aufgabenbereich Bezirke
Tel. 030 35905-313,
E-Mail andreas.kuttenkeuler(at)hwk-hamburg.de

Hinweis zum Foto

Trotz allem optimistisch: Das Wandsbeker Handwerk mit Bezirkshandwerkmeister Bernd Thielk (2. Reihe, ganz rechts) und Obermeister Peter Meusel von der Innung für Informationstechnik (1. Reihe, ganz rechts).