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Dieselskandal: Auto-Hersteller in der Pflicht

Präsident Katzer bekräftigt seine Forderung - Umfrage der Handwerkskammer Hamburg unter den Mitgliedsbetrieben


Hamburg, 02.10.2018 - Nach der Einigung der Koalitionsspitzen im Bund zur Dieselaffäre bekräftigt Josef Katzer, Präsident der Handwerkskammer Hamburg, seine Forderung und erklärt: „Wir sind enttäuscht. Die Dieselaffäre ist und bleibt ein Skandal. Wir erwarten, dass die Politik die Hersteller, die den Dieselskandal verursacht haben, klar in die Verantwortung nimmt. Sie haben manipulierte Fahrzeuge auf den Markt gebracht. Es ist nicht einzusehen, dass dafür ein anderer eintritt als die Auto-Industrie. Wir sind skeptisch, wie verbindlich der jetzt erzielte Kompromiss dann bei der Umsetzung der Maßnahmen für die Hersteller tatsächlich sein wird. Die Kernmaßnahmen technische Nachrüstung und Umtauschprämie gehen zumindest in die richtige Richtung. Nun ist eine klare, einheitliche Kommunikation der Ergebnisse an die Nutzer der Dieselfahrzeuge notwendig: Wer hat welche konkreten Ansprüche gegen wen? Der Dieselskandal betrifft Handwerker besonders stark. Sie setzen zu rund 80 Prozent Dieselfahrzeuge ein. Für sie wie für alle anderen Dieselfahrer muss nun zügig eine unbürokratische Umsetzung der vereinbarten Regelungen geschaffen werden. Dabei sind die Auto-Hersteller in der Pflicht. Sie müssen endlich zu ihrer Verantwortung stehen und ihren Kunden Optionen anbieten, die den Schaden zu 100 Prozent ausgleichen. Nicht zuletzt für unser aller Ziel von sauberer Luft.“

Zu Wertverlust und Fahrverboten im Zuge des Dieselskandals hatte die Handwerkskammer Hamburg bereits zuvor Mitgliedsunternehmen befragt. Die Umfrage der Handwerkskammer fand im Juni statt, parallel zu einer Befragung der Handelskammer Hamburg unter ihren Mitgliedern. Da Dieselfahrzeuge in Handwerksunternehmen dominieren, ist diese Thematik bei den Betrieben ganz oben auf der Agenda. Die Befragung richtete sich an 6.400 Handwerksunter-nehmen und ist repräsentativ. Die Trends entsprechen den Ergebnissen der Handelskammer-Umfrage.

Die vier wichtigsten Ergebnisse der Handwerkskammer-Umfrage im Überblick:

  • 94 Prozent der Befragten spricht sich für eine Beteiligung der Automobilindustrie an der Finanzierung von Nachrüstungskosten aus. 34 Prozent sehen hier den Staat in der Pflicht, 4 Prozent die Fahrzeughalter. Hier waren Mehrfachnennungen möglich.
  • Der befürchtete Wertverlust der Fahrzeuge dürfte im Mittel zwischen 4.000 und 5.000 Euro liegen. Die Angaben lagen zwischen keinem befürchteten Wertverlust und fünfstelligen Summen. Diese enorme Spreizung macht deutlich, dass die subjektiven Einschätzungen schwer zu fassen sind, dass aber mehrheitlich ein deutlicher Wertverlust befürchtet wird.
  • Drohende Fahrverbote sind noch vor Wertverlusten der Hauptgrund für einen vorzeitigen Verkauf. Allerdings planten zum Zeitpunkt der Umfrage nur rund 17 Prozent der Befragten einen vorzeitigen Verkauf.
  • Für 46 Prozent der Befragten haben die Dieseldurchfahrtsbeschränkungen negative Auswirkungen. Für 39 Prozent haben sie keine Auswirkungen. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass bei den Antworten auf diese Frage die Bezirke Eimsbüttel und Hamburg-Mitte unterrepräsentiert waren, dagegen waren Harburg und Bergedorf überrepräsentiert. Somit dürften die negativen Auswirkungen tendenziell noch höher liegen für diejenigen, die tagtäglich in den betreffenden Gebieten unterwegs sind.

Die Handwerkskammer nimmt die aktuelle Diskussion auf und lädt zu einer Informationsveranstaltung ein. Die Umfrageergebnisse werden dabei detailliert vorgestellt. Experten von ADAC, Verbraucherzentrale, Kfz-Innung und Verkehrsbehörde (angefragt) sowie ein Rechtsanwalt informieren über technische und rechtliche Möglichkeiten:

Dieselskandal: So können Sie sich wehren!
Mittwoch, 17. Oktober 2018, 18:00 bis 20:00 Uhr
Handwerkskammer Hamburg, Holstenwall 12, 20355 Hamburg

Der Eintritt ist frei, Anmeldung für Besucher bitte unter:
Öffnet externen Link in neuem FensterDieselskandal: Info-Abend Handwerkskammer Hamburg - Anmeldung
oder Tel. 040 35905-299 oder E-Mail veranstaltung(at)hwk-hamburg.de