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Foto: Handwerkskammer Hamburg

Hohe Auszeichnung in Berlin für „Zukunftsperspektive Umwelthandwerker“

Ehrung für vorbildlich nachhaltiges Projektkonzept mit Modellcharakter


Hamburg, 14.11.2018 – Das Projekt „Zukunftsperspektive Umwelthandwerker – Kompetenzfeststellung und Weiterbildung für Flüchtlinge“ macht nach seinem Erfolg in Hamburg nun auch bundesweit Furore: Im Rahmen der RENN-Tage Berlin 2018 wurde es als „Transformationsprojekt“ für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet. Nach Auffassung der Jury gelingt nach dessen Konzept die Integration von Geflüchteten als Fachkräfte in Umweltberufe besonders gut und nachhaltig – mit Modellcharakter auch für andere Regionen. „Zukunftsperspektive Umwelthandwerker“ ist am Zentrum für Energie-, Wasser- und Umwelttechnik (ZEWU) der Handwerkskammer Hamburg angesiedelt. Es wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mitinitiiert sowie fachlich und finanziell unterstützt.

Aus den Händen von Prof. Dr. Günther Bachmann, Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE), nahmen ZEWU-Leiter Dr. Kai Hünemörder und Projektleiter Haiko Hörnicke von der Handwerkskammer Hamburg die renommierte Auszeichnung in Berlin entgegen. Der Preis ist eine Initiative der bundesweit vier „Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien“, genannt RENN, in Kooperation mit dem RNE. Prof. Dr. Bachmann: „Die Zukunftsperspektive Umwelthandwerker ist ein kraftvoller Hebel, um die Gesellschaft zu verändern. Sie verfolgt einen neuen Ansatz und regt zu neuem Denken an – daher sind die Umwelthandwerker aus unserer Sicht ein vorbildhaftes Transformationsprojekt.“

ZEWU-Leiter Dr. Hünemörder: „Wir selbst haben von den Flüchtlingen viel gelernt und freuen uns sehr über die Auszeichnung. Sie honoriert unseren effektiven, praxisnahen Ansatz, Geflüchtete mit technischen Vorerfahrungen für Umweltberufe zu qualifizieren und in Unternehmen zu vermitteln. Als wir gemeinsam mit der DBU die Idee des Umwelthandwerkers entwickelten, wollten wir damit eine tragfähige Brücke zu den Betrieben bauen. Unsere sehr gute Integrationsquote in Ausbildung und Arbeit zeigt den großen Erfolg: Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten wirken nun an der Energiewende in Deutschland mit.“

Projektleiter Hörnicke: „Besonders wichtig war und ist uns, dass unser Modell in der Umwelttechnik übertragbar ist, dass also bundesweit auch andere Projekte das Konzept der Kompetenzfeststellung und mehrstufigen Weiterbildung umsetzen können. Nachahmung im Sinne von Wissenstransfer ist hier ausdrücklich erwünscht! Die Ehrung als Transformationsprojekt bedeutet, dass die Jury in unserem Ansatz ein besonders großes Potenzial sieht, die Welt nachhaltiger zu gestalten. Das ist uns Ehre und Verpflichtung zugleich.“

Josef Katzer, Präsident der Handwerkskammer Hamburg, gratuliert: „Herzlichen Glückwunsch und herzlichen Dank an das hoch engagierte Team und alle Partner! ‚Zukunftsperspektive Umwelthandwerker‘ zeigt, wie Handwerk innovative Lösungen findet für die Herausforderungen der Zeit: Wir müssen die Energiewende voranbringen, wir brauchen Fachkräfte und wir nehmen die Verantwortung zur Integration verschiedenster gesellschaftlicher Gruppen an. All das gelingt in diesem Projekt!“

Die DBU förderte das Projekt im Rahmen ihres Sonderprogrammes „Umwelt und Flüchtlinge“, für das sie zweieinhalb Millionen Euro zur Verfügung stellte. DBU-Generalsekretär Alexander Bonde hob hervor, in dem Projekt sei auch im Interesse der Umsetzung der Ziele der Energiewende die dringend notwendige Berufsqualifizierung in umwelttechnischen Berufen mit der Integration geflohener Menschen optimal verknüpft worden. Das Projekt zeige, „wie positiv Integration für unsere Wirtschaft, aber auch in unsere Gesellschaft wirken kann. Es hilft, großen gesellschaftlichen Herausforderungen wie dem Fachkräftemangel durch wirksame und umsetzungsorientierte Konzepte konstruktiv zu begegnen. So können nun die Geflüchteten schrittweise selbstbestimmt leben und arbeiten und sich aktiv einbringen.“

Bei „Zukunftsperspektive Umwelthandwerker“ wurden 100 technisch vorqualifizierte Interessierte zu beruflichen Perspektiven im Bereich erneuerbarer Energien beraten. Im Anschluss absolvierten 37 Teilnehmer aus Syrien, Afghanistan, Iran, Irak, Somalia und Eritrea Fachlehrgänge mit begleitendem Spracherwerb. Ein Schlüssel zum Erfolg war die gute Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit, den Jobcentern, dem NOBI Netzwerk, den Hamburger Trägern der Flüchtlingshilfe und Unternehmen wie der Bärenkälte GmbH, der FM Technik GmbH und der Sager & Deus GmbH. Für fast alle Kursteilnehmer konnten konkrete Perspektiven erarbeitet werden, von der Fachkraft Gebäudeleittechnik über Anlagenmechanik, Elektronik oder Kälte- und Klimatechnik bis hin zur Leitung einer Biogasanlage.

In dem mehrstufigen Wettbewerb mit 450 Teilnehmern erhielten die Besten je Region (Nord, Mitte, Süd, West) das Qualitätssiegel „Projekt Nachhaltigkeit 2018“. Als Beste unter den Besten wurde für RENN.nord nun „Zukunftsperspektive Umwelthandwerker“ als „Transformationsprojekt“ geehrt.

Weitere Informationen

Öffnet externen Link in neuem FensterZukunftsperspektive Umwelthandwerker
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Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.renn-netzwerk.de

Hinweis für Redaktionen

Ansprechpartner für Kontakte zu Projektteilnehmern und Betrieben:
Projektleiter Heiko Hörnicke, Handwerkskammer Hamburg,
Tel. 040 35905-776, E-Mail haiko.hoernicke(at)elbcampus.de

Das Projekt "Zukunftsperspektive Umwelthandwerker - Kompetenzfeststellung und Weiterbildung für Flüchtlinge“ wird fachlich unterstützt und finanziell gefördert aus Mitteln der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und durchgeführt durch das Zentrum für Energie-, Wasser- und Umwelttechnik am Elbcampus Kompetenzzentrum der Handwerkskammer Hamburg.