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1. Bundessieger Orthopädietechnik-Mechaniker: Matthias Böhnert. Foto: NordHandwerk

Hamburgs bester Handwerksnachwuchs auch bundesweit spitze

Acht Hamburgerinnen und Hamburger unter den Besten der Besten im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks 2018


Hamburg, 05. Dezember 2018 – Unter dem Motto „Profis leisten was“ messen sich Jahr für Jahr die besten Nachwuchs-Handwerkerinnen und -Handwerker im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks. 2018 gehören acht junge Gesellinnen und Gesellen aus Hamburg zu den bundesweit Besten der Besten ihres Jahrgangs beim Ausbildungsabschluss. Sie hatten schon auf Landesebene in ihren Berufen die Nase vorn. Jetzt erreichten drei von ihnen im Bundeswettbewerb die Platzierung als „Erste/r Bundessieger/in“, vier wurden „Zweite Bundessieger/in“. Außerdem gab es dabei im Wettbewerb „Die Gute Form im Handwerk“ für die gestaltenden Berufe einen 3. Preis.

Josef Katzer, Präsident der Handwerkskammer Hamburg, gratuliert: „Talent und Kompetenz, eine hohe Motivation und Leidenschaft für den Beruf – das legen Sie alle bei Ihrer Arbeit an den Tag. Ihre Spitzenplätze in diesem anspruchsvollen Wettbewerb sind das beste Zeichen dafür. Herzlichen Glückwunsch! Wir sind sehr stolz auf Sie! Jeder einzelne Bundessieg steht für die hohe Qualität der dualen Ausbildung im Handwerk.“ Dafür gebühre den Ausbildern in den Betrieben und den Lehrkräften an den Berufsschulen großer Dank, so Präsident Katzer. An die jungen Leistungsträger appelliert er: „Machen Sie so engagiert weiter. Machen Sie den Meister, gründen Sie ein Handwerksunternehmen oder übernehmen Sie einen Betrieb, der eine Nachfolge sucht. Ergreifen Sie Ihre Chance, die Zukunft des Handwerks mitzugestalten.“

Einige der erfolgreichen jungen Gesellen haben das schon im Blick. Levin Zimmermann entschied sich nach dem Abitur für ein Duales Studium an der Berufsakademie Hamburg am ELBCAMPUS, dem Kompetenzzentrum der Handwerkskammer Hamburg. Er lernte Parkettleger im Parkettstudio Nils Zimmermann in Bramfeld, gepaart mit einem Studium der Betriebswirtschaftslehre, und wurde Erster Bundessieger „Mich begeistert das Arbeiten mit dem Naturstoff und das kreative Gestalten von Bodenflächen“, sagt Zimmermann. Sobald er den Bachelor hat, möchte er seinen Meister machen, um frühzeitig für die spätere Übernahme des Familienbetriebs in vierter Generation gerüstet zu sein.

Ebenfalls auf Meisterkurs ist Kaleb Feichtinger. Auch der Zweite Bundessieger bei den Mechatronikern für Kältetechnik setzt die Familientradition fort, er kennt den Beruf vom Vater. „An diesem Beruf gefällt mir die Vielseitigkeit. Jeder Tag ist anders“, sagt Feichtinger, „am besten gefällt mir der Service mit der Störungssuche.“ Man sei hier „stets herausgefordert, so schnell es geht, die Ursache für die Fehlfunktion herauszufinden. Nach der Fehlerbeseitigung kann man sich dann über das Ergebnis einer funktionierenden Anlage und über das glückliche Gesicht des Kunden freuen.“ Feichtinger lernte bei der G. Breitkreuz Kälte- und Klimatechnik GmbH in Rahlstedt.

Feichtinger möchte 2019 die Meistervorbereitung beginnen, ebenso wie der Erste Bundessieger bei den Orthopädietechnik-Mechanikern, Matthias Böhnert. Bei seinem Studium der Philosophie und Physik auf Lehramt, stellte er fest, dass er kein Lehrer werden möchte. Er orientierte sich neu und stieß auf den Beruf, der nun zu seiner Berufung wird: „Die Menschen verlassen uns in der Regel glücklich. Sie gehen oder fahren besser als sie zu uns gekommen sind.“ Ihm gefällt die vielschichtige Arbeit mit unterschiedlichen Materialien und Techniken. Sein Spezialgebiet ist die Orthetik, bei der Körperteile in ihrer Funktion unterstützt werden. Er lernte bei der ACTO Manufaktur Hamburg KG in Othmarschen, die auch 2017 den Ersten Bundessieger stellte.

Auch der Behälter- und Apparatebauer Nikos Ahrens visiert Meistertitel an. Bei einem Praktikum in seinem späteren Ausbildungsbetrieb, der Kliewe GmbH in Schnelsen, „habe ich dann recht schnell gemerkt, dass mir die Arbeit richtig gut liegt.“ Sein Ausbilder Cliff Behn sagt: „Herr Ahrens war im Laufe seiner Ausbildung viel im Schiffbau eingesetzt. Dort liegen auch seine Stärken, die Technik für die Megayachten begeistert ihn. Welchen Weg Herr Ahrens auch immer einschlägt, er kann auf die Unterstützung der Firma Kliewe bauen. Wir fördern unseren Nachwuchs.“  Die Kliewe GmbH hat nicht zum ersten Mal einen Bundessieger hervorgebracht.

Auf Weiterbildungskurs ist auch Maike Pietryga. Die Kauffrau für Büromanagement bei der Reinsch GmbH in Stellingen wurde Zweite Bundessiegerin. Ihr gefällt besonders gut, dass es in ihrem Ausbildungsbetrieb möglich ist, einen Fachbereich eigenverantwortlich zu führen: „Zum Ende meiner Ausbildung habe ich meinen eigenen Fachbereich, das Mahnwesen, übernommen, den ich in Zukunft weiterführen werde. Außerdem ist eine Weiterbildung zur Fachwirtin geplant.“

Zwei weitere Bundessiegerinnen begeistern sich ebenfalls für ihren erlernten Handwerksberuf, studieren jetzt aber. Die Vergolderin Sophia Eisland wurde Erste Bundessiegerin, sie lernte in der Firma Blattgold von Anja Gerbrandt am Grindel. „Ich studiere nun Konservierung und Restaurierung in Hildesheim“, sagt Sophia Eisland. Sie möchte sich als Restauratorin selbstständig machen: „Die Ausbildung zur Vergolderin war dafür ideal.“

Die Zweite Bundessiegerin bei den Orgel- und Harmoniumbauern, Anja Schmidt, schätzt die Abwechslung und Vielseitigkeit des Berufes, auch weil „man durch Restaurierungen und Wartungen viel zum Reisen kommt“. Sie sagt nach ihrer Lehre bei der Rudolf von Beckerath Orgelbau GmbH in Tonndorf: „Die Ausbildung war eine sehr wertvolle und schöne Erfahrung, ich würde mich wieder so entscheiden.“ Doch jetzt studiert sie: Informatik.

Den 3. Preis im Wettbewerb „Die gute Form im Handwerk“ erreichte Andy Minte. Nach der Mittleren Reife kam er durch Zufall an einen Praktikumsplatz bei der Glaserei Hauschild. Den Beruf Glaser kannte er bis dahin gar nicht. „Aber das hinderte mich nicht daran, es zu versuchen“, erinnert sich Minte. Ihn fasziniert, „dass die Möglichkeiten mit Glas gefühlt grenzenlos sind. Zum Beispiel, dass Glas auf Knopfdruck blickdicht werden kann – wie erstaunlich ist das denn bitte!“ Auch Andy Minte möchte noch mehr lernen, eventuell den Meister machen. Sein Ausbilder Jörg Hauschild bekräftigt: „Die Perspektiven bei Glasern sind sehr gut. Gesellen werden gesucht, und es gibt in den nächsten Jahren diverse Betriebe, die einen Nachfolger benötigen.“

Der Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten macht seit 1951 auf die hohe Ausbildungsleistung des Handwerks und die Vorteile der dualen Ausbildung aufmerksam. Mit jährlich rund 3.000 Teilnehmern in 130 Handwerksberufen fördert er den besonders begabten Nachwuchs. Beispielsweise sind Weiterbildungsstipendien der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB) möglich.

Träger des Wettbewerbs sind der Zentralverband des Deutschen Handwerks und die SBB, unterstützt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

 

Die Hamburger Bundessieger 2018 beim 
67. Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks

1. Bundessieger Orthopädietechnik-Mechaniker: Matthias Böhnert
Ausbildungsbetrieb: ACTO Manufaktur Hamburg KG
Ausbilder: Geschäftsführer Jörg Schiebler
(Bahrenfeld und Othmarschen)

1. Bundessieger Parkettleger: Levin Zimmermann
Ausbildungsbetrieb: Parkettstudio Nils Zimmermann
Ausbilder: Geschäftsführer Nils Zimmermann
(Sasel und Bramfeld)

1. Bundessiegerin Vergolderin: Sophia Eisland
Ausbildungsbetrieb: Anja Gerbrandt
Ausbilderin: Geschäftsführerin Anja Gerbrandt
(Grindel)

2. Bundessieger Behälter- und Apparatebauer: Nikos Ahrens
Ausbildungsbetrieb: Kliewe GmbH
Ausbilder: Björn Brüning, Cliff Behn
(Schnelsen)

2. Bundessiegerin Kauffrau für Büromanagement: Maike Pietryga
Ausbildungsbetrieb: Reinsch GmbH
Geschäftsführer: Nicole Reinsch, Ingo Greiser
(Hamm und Stellingen)

2. Bundessieger Mechatroniker für Kältetechnik: Kaleb Feichtinger
Ausbildungsbetrieb: G. Breitkreuz Kälte- und Klimatechnik GmbH
Ausbilder: Geschäftsführer André Claus 
(Rahlstedt)

2. Bundessiegerin Orgel- und Harmoniumbauerin: Anja Schmidt
Ausbildungsbetrieb: Rudolf von Beckerath Orgelbau GmbH
Ausbilder: Rolf Miehl
(Tonndorf)

„Die gute Form im Handwerk – Handwerker gestalten“
3. Preisträger Glaser, Fachrichtung Verglasung und Glasbau: Andy Minte
Ausbildungsbetrieb: Jörg-Peter Hauschild
Ausbilder: Jörg-Peter Hauschild
(Eimsbüttel-Nord und Eidelstedt)


Kontakt:

Ute Kretschmann
Pressesprecherin Handwerkskammer Hamburg
Tel.: 040 35905-227
E-Mail: ute.kretschmann@hwk-hamburg.de