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Mittelständler stehen beim digitalen Strukturwandel noch am Anfang

Tag des Mittelstands in der Handelskammer zum Thema „Der smarte Betrieb von morgen“


Hamburg, 24.04.2019 – Automatisierte Produktionsschritte, intelligente Trackingsysteme von Waren und Zwischenprodukten sowie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei der Kundenbetreuung: der digitale Strukturwandel betrifft alle Arbeitsbereiche. „Betriebe können ihre Arbeits- oder Produktionsschritte in Zukunft nicht einfach ‚nur‘ automatisieren“, sagte Vizepräses André Mücke vor über 400 Gästen beim 16. Tag des Mittelstands, den die Handelskammer gemeinsam mit der Handwerkskammer, dem Verband Freier Berufe sowie der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation ausrichtet. Wichtig sei die Vernetzung der verschiedenen Systeme, so dass Produkte und Dienstleistungen weitgehend autonom erzeugt werden können. „Riesige Datenmengen können schnell und automatisch analysiert und Prozesse selbstlernend optimiert werden. Wir stehen hier noch ganz am Anfang“, so Mücke weiter.

Handwerkskammer-Präsident Josef Katzer sieht ein schnelles Voranschreiten der Digitalisierung in allen Bereichen des Handwerks. „Vieles ist einfacher und transparenter geworden, als es auf Papier je möglich war. Effizienz ist ein entscheidender Faktor, auch und gerade für die Fachkräftesicherung. Wir müssen im Handwerk die Hände frei haben für die eigentliche Arbeit“, so Katzer. „Alle begleitenden Prozesse vom Einkauf bis zur Rechnung können gern automatisiert laufen. Klar ist, dass ein smarter Betrieb auch die Datensicherheit im Blick hat.“ Auch die freien Berufe profitieren vom digitalen Strukturwandel. „Für die Freien Berufe ist die Digitalisierung ein Hilfsmittel und Innovationstreiber“, so  Ute Mascher, Vorsitzende des Verbands Freier Berufe. „Sie kann die Kreativität und die geistig-schöpferische Leistung, für die die Freien Berufe stehen, unterstützen, jedoch nicht ersetzen.“

In seinem Grußwort betonte Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher die Bedeutung des Mittelstands für Hamburg: „Über 90 Prozent der Hamburger Unternehmen gehören zum Mittelstand. Sie stärken den Wirtschaftsstandort und tragen wesentlich zu Wertschöpfung und sicheren Arbeitsplätzen in Hamburg bei. Damit dies so bleibt, fördern der Senat und die Kammern die berufliche Bildung, die Neugründungen und den Wissenstransfer aus Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen in die unternehmerische Praxis.“

Dass Digitalisierung kein ‚Kann‘ sondern ein ‚Muss‘ ist, erläuterte Prof. Dr. Björn Bloching in seiner Keynote-Rede. Bloching ist Senior Partner & Global Head of Roland Berger Digital.  „Erfolgreiche Digitalisierung wird zur Überlebensfrage für jedes etablierte Unternehmen“, betonte er. „Zwischen der digitalen Supermacht USA und dem massiv aufholenden China müssen Europa und seine Unternehmen ihren eigenen Weg in die digitale Zukunft finden. Dafür müssen wir uns dringend wieder auf unsere gesellschaftlichen und unternehmerischen Stärken besinnen und alle Hemmnisse überwinden, die uns langsam und zu wenig innovativ machen.“ 

Pressekontakt

Ute Kretschmann, Handwerkskammer Hamburg
Tel.: 040 35905-227, E-Mail: ute.kretschmann@hwk-hamburg.de