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Foto: Handwerkskammer Hamburg

Masterplan Handwerk 2020: Gesagt-Getan

Bürgermeister Tschentscher, Wirtschaftssenator Westhagemann und Handwerkskammerpräsident Stemmann unterzeichnen Fortschreibung 2019


Hamburg, 14.01.2020 - Das Hamburger Handwerk ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Hamburg. Damit dies so bleibt und sich das Handwerk gut weiterentwickeln kann, wurde 2011 der „Masterplan Handwerk 2020“ erarbeitet. Seine jährliche Fortschreibung trägt zu einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen sowie zu einer Erfolgskontrolle der Handwerkspolitik bei.

Der „Masterplan Handwerk 2020“ ist bis heute auf rund 50 Einzelvereinbarungen angewachsen, weil er mit der Zeit geht und schnell auf die Erfordernisse neuer Herausforderungen eingeht. So wurden unter anderem die Chancen der Digitalisierung für die Geschäftsprozesse sowie der demografische Wandel in der Fachkräftegewinnung mit passenden Strategien in den Masterplan aufgenommen.

Bürgermeister Peter Tschentscher: „Das Hamburger Handwerk ist mit seinen über 15.000 Betrieben und rund 120.000 Beschäftigten eine tragende Säule der Hamburger Wirtschaft. Wir brauchen Handwerkerinnen und Handwerker in Hamburg, denn sie bauen Schulen, installieren Windräder oder reparieren Straßen und Brücken. Mit konkreten und auch kreativen Maßnahmen wirbt das Hamburger Handwerk um Fachkräfte und gilt damit bundesweit als vorbildlich – zum Beispiel mit den Qualifizierungsmaßnahmen am Elbcampus.“

Der Klimawandel und die Energiewende bieten große Chancen für die zukünftige Entwicklung des Handwerks mit seinen vielfältigen Gewerken. Zugleich gibt es Lern- und Anpassungsbedarfe. Senator Michael Westhagemann: „Wir befinden uns in einem starken Wandel. Klimaschutz und Energiewende sind die Themen, die in Zukunft für die Gesellschaft, Wirtschaft und Politik noch mehr im Mittelpunkt stehen. Handwerkerinnen und Handwerker sind unverzichtbar. Ohne sie werden wir keines unserer Ziele erreichen können. Das gilt für die erneuerbaren Energien, die Wasserstoffwirtschaft genauso wie für die Elektromobilität.“

Hamburg will Menschen für das Handwerk begeistern. Im Masterplan finden sich dafür zahlreiche Beispiele, unter anderem die so genannte Anpassungsqualifizierung. Von ihr profitieren Menschen, die im Ausland einen Berufsabschluss erworben haben, der der deutschen Handwerksordnung nur teilweise entspricht. Mit Hilfe gewerkespezifischer Qualifizierungsmaßnahmen können die Abschlüsse angepasst werden. Wegen der großen Bedeutung dieses Angebots für die Fachkräftegewinnung soll das Angebot verstetigt werden.

Handwerkskammerpräsident Hjalmar Stemmann erklärt: „Wir sind uns einig, dass die Anpassungs- und Nachqualifizierung aus der Projektförderung herausgenommen und langfristig regelfinanziert werden muss. Denn sie ist ein unmittelbares Folgeangebot der gesetzlichen Anerkennung im Ausland erworbener Berufsabschlüsse, welche wiederum die Grundlage zur Gewinnung ausländischer Fachkräfte ist. Dieses Ziel verfolgt schließlich auch der Gesetzgeber mit dem neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das zum März dieses Jahres in Kraft tritt – und das wir sehr begrüßen.“

Die erfolgreiche handwerksspezifische Weiterbildungsförderung mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) soll fortgeführt werden. Das spezielle Weiterbildungs-Förderprogramm für das Handwerk mit seinen besonders attraktiven Konditionen ist nachhaltig erfolgreich und hat zuletzt mit 264 Förderfällen pro Jahr die durchschnittliche Inanspruchnahme der drei Vorjahre mit jeweils 150 Förderfällen weit übertroffen. Hjalmar Stemmann betont: „Dieses Ergebnis zeigt deutlich, dass sich Handwerker den steigenden Qualifizierungsbedarfen aktiv stellen. Und auf jeden weitergebildeten Handwerker kommen bis zu vier Kollegen, die wiederum von ihm lernen.“

Ein weiteres wichtiges Thema bleiben Gewerbeflächen. Als Beispiel für die erfolgreiche Sicherung handwerksgeeigneter Flächen gilt der 2019 eröffnete Handwerkerhof „Meistermeile“ am Offakamp. Darüber hinaus gibt es bereits zehn weitere innerstädtische Projekte, aus denen Handwerker- und Gewerbehöfe in zentralen Lagen hervorgehen sollen. Ein Handwerker- und Gewerbehof am Holsteinischen Kamp / Marschnerstraße soll im kommenden Jahr in Betrieb genommen werden, weitere Flächen in Dulsberg, Altona-Nord, Diebsteich und Barmbek-Süd werden zur Nutzung als Gewerbe- und Handwerkerhöfe geprüft.

Des Weiteren entsteht zum Beispiel an der Alten Sülldorfer Landstraße 400 ein direktes Nebeneinander von Wohnungen und Handwerkerflächen in Gewerbegebietsqualität. Auch beim Bebauungsplan Barmbek-Süd 2 (Mesterkamp) wurde die Ausweisung „Urbanes Gebiet“ mit dem expliziten Ziel gewählt, auch Handwerksbetriebe anzusiedeln.

Handwerkskammerpräsident Hjalmar Stemmann ergänzt: „Wir haben erreicht, dass in den Entwurf des Verordnungstexts eine Ausnahmeregelung aufgenommen wird, die oberirdische Stellplätze für Gewerbebetriebe zulässt. Damit wurden die Voraussetzungen geschaffen, um zu testen, ob sich das Instrument des „Urbanen Gebiets“ bei der Ansiedlung von Handwerksbetrieben bewährt.“

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Masterplan 2020 finden Sie auf einer gesonderten Seite zum Thema. Den Wortlaut der Fortschreibung 2019 finden Sie auch hier im Anhang (siehe unten).

Ansprechpartnerinnen für Rückfragen der Medien

Handwerkskammer
Christiane Engelhardt, Pressesprecherin
Telefon: 040 35905 - 227
E-Mail: christiane.engelhardt(at)hwk-hamburg.de

Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation
Susanne Meinecke, Pressesprecherin
Telefon: 040 42841 - 2239
E-Mail: susanne.meinecke(at)bwvi.hamburg.de


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