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Foto: istock/Lindlahr

„Stabile Arbeitsgrundlage für die nächsten fünf Jahre“

Der Präsident der Handwerkskammer Hamburg, Hjalmar Stemmann, nimmt Stellung zu den von Rot-Grün vorgestellten Ergebnissen der Koalitionsverhandlungen.


Hamburg, 02.06.2020 - „Die heute von den Koalitionspartnern vorgestellten Verhandlungsergebnisse lassen eine stabile Arbeitsgrundlage für die nächsten fünf Jahre erwarten,“ sagt Handwerkskammer-Präsident Hjalmar Stemmann. Dass die Politik mit einem Masterplan Handwerk 2030 an den erfolgreichen Masterplan Handwerk 2020 anknüpft, sei für ihn eine Riesenfreude und der Beleg dafür, dass der Senat die Leistung des Handwerks erkenne und fördern wolle. „Denn: In den kommenden Jahren muss Hamburg all seine Energie in die Bewältigung der Folgen der Coronakrise investieren. Das hat jetzt absolute Priorität. Damit das für Handwerk und Mittelstand gelingt, braucht es bestmögliche Rahmenbedingungen – und die wollen und können wir gemeinsam schaffen.“

Bildung

Besonders hebt Stemmann für den Bereich der Ausbildung und Fachkräftesicherung das Bekenntnis des künftigen Senats zur Gleichwertigkeit von dualer und akademischer Ausbildung positiv hervor. Außerdem lobt er den Plan des neuen Senats, die Anzahl der Wohnheimplätze für Azubis in den nächsten Jahren zu steigern. „Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass die Zielmarke für das Azubiwohnen in Hamburg noch anspruchsvoller ausfällt als 2500 Plätze in zehn Jahren.“

Gewerbeflächen

Beim Thema Gewerbeflächen falle positiv auf, dass der neue Senat an bereits bekannten Planungen festhält, weitere Gewerbehöfe für das Handwerk nach dem Vorbild der Meistermeile am Offakamp zu schaffen. Eine Leerstelle bestehe darin, dass bei den großen städtebaulichen Projekten wie dem Innovationsstadtteil Kleiner Grasbrook sowie dem Masterplan Magistralen produzierendes Handwerk und klassischer Mittelstand wenig präsent zu sein scheinen. Hier bestehe Nachbesserungsbedarf. Auch bei der Weiterentwicklung der nutzungsgemischten Quartiere fände die Bedeutung des Handwerks derzeit zumindest auf dem Papier nur wenig statt – gerade im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung der Quartiere für ältere Menschen, die Nahversorgung durch das Handwerk benötigten, sei dies problematisch.

Verkehr

„Die neue Behörde für Verkehr und Mobilitätswende muss die Notwendigkeit eines flüssigen Handwerks-, Liefer- und Wirtschaftsverkehrs für die Erhaltung der Versorgungsqualität der Menschen stärker berücksichtigen. Es besteht die Gefahr, dass der Wirtschaftsverkehr in dem nun aus der Wirtschaftsbehörde herausgelösten Ressort unterrepräsentiert ist. Hier werden wir ganz genau hinschauen“, beschreibt Stemmann einen der Knackpunkte im Koalitionsvertrag aus Sicht des Handwerks.

Richtig sei die Entscheidung, die Verkehrsversuche künftig auf ein Projekt pro Jahr zu drosseln, um mit ruhiger Hand und unter Einbindung aller Akteure gute Ergebnisse zu erzielen. Unterstützung verdiene auch der Anspruch des neuen Senats an sich selbst, innovative Lösungen für die letzte Meile in der verdichteten Stadt zu finden. „Dabei darf es allerdings nicht allein um Lieferverkehre etwa im Paketbereich gehen – gerade Servicefahrzeuge des Handwerks brauchen freien Zugang zu den Kunden und müssen auch vor Ort parken können. Der flächendeckende Ausbau von Liefer- und Ladezonen für diese Verkehrsteilnehmer bleibt eine der größten Herausforderungen auch in der neuen Legislaturperiode,“ so Stemmann weiter.

Klimaschutz

Positive Aspekte sieht die Handwerkskammer im Bereich Klimaschutz: „Die Klimawende bleibt auch nach der aktuellen Krise eine zentrale Herausforderung, zu deren Bewältigung das Handwerk sehr viel beitragen kann. Es ist deshalb sehr erfreulich, dass der Senat im Einklang mit unserer Forderung eine Fachkräfteinitiative für Klimaschutzberufe in den Blick nimmt. Hier braucht es noch konkrete Inhalte – diese können wir am besten gemeinsam erarbeiten.“