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21.10.2026Herbstkonjunktur: Hamburger Handwerksindex sackt deutlich ab

Der Geschäftsklimaindex HHX erreicht die Grenze, die den Übergang zu einer überwiegend negativen Konjunkturlage markiert – nur 16 Prozent der Hamburger Handwerksbetriebe erwarten eine Verbesserung, 26 Prozent eine Eintrübung

Hamburg, 21. Oktober 2026 – Der Hamburger Handwerksindex HHX sinkt in diesem Herbst gegenüber dem Frühjahr weiter: Mit exakt 100 Punkten erreicht der Geschäftsklimaindikator genau die Grenze, die den Übergang zu einer überwiegend negativen Konjunkturlage markiert. Einen vergleichbar schlechten Wert gab es zuletzt 2022 nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine. Verantwortlich ist vor allem die ausgesprochen schlechte Erwartungshaltung der Betriebe: Die aktuelle Geschäftslage beurteilen sie insgesamt zwar etwas besser als vor sechs Monaten, die Aussichten für die kommenden Monate jedoch deutlich pessimistischer als zuletzt.

Hjalmar Stemmann, Präsident der Handwerkskammer Hamburg: „Die Lage der Betriebe ist zumindest für den Moment stabiler, als es die Stimmungslage vermuten lässt. Allerdings gibt es beim Auftragsbestand wie auch bei den Investitionen rückläufige Tendenzen. Umso mehr sind die zunehmend schlechten Erwartungen ein Warnsignal: Wenn die politischen Rahmenbedingungen nicht verlässlicher werden, ist im Winterhalbjahr eine deutliche konjunkturelle Abschwächung absehbar. Dieser Stimmungseinbruch hat mehrere Gründe: die beunruhigende politische Weltlage, hohe Kraftstoffpreise und wieder fragilere Lieferketten tragen dazu bei. Branchenbezogene Lichtblicke sind, dass es im Handwerk für den gewerblichen Bedarf – zum Beispiel bei Metall- und Kälteanlagenbauern – gegenüber dem Frühjahr eine leichte Erholung gibt und das personenbezogene Dienstleistungsgewerbe – etwa Friseur- und Kosmetikbetriebe – einen Aufschwung verzeichnet."

Geschäftslage und Erwartungen: Die aktuelle Geschäftslage bewerten die Betriebe etwas besser als im Frühjahr: 33 Prozent melden eine gute Lage (Frühjahr: 30), 22 Prozent eine schlechte (Frühjahr: 28). Im Jahresvergleich bleibt es eine deutliche Verschlechterung; im vergangenen Herbst sahen noch 44 Prozent ihre Unternehmen in guter Verfassung. Für die nächsten Monate erwarten 58 Prozent eine unveränderte Lage, nur 16 Prozent eine Verbesserung und 26 Prozent eine Eintrübung. 23 Prozent der Betriebe berichten inzwischen von Lieferschwierigkeiten, im Frühjahr waren es zehn Prozent.

Beschäftigung und Umsätze: Die Beschäftigung bleibt stabil: Gut drei Viertel der Betriebe melden eine unveränderte Mitarbeiterzahl, der Anteil mit gesunkener Beschäftigung sank auf 14 Prozent. Zugleich haben aber erneut weniger Betriebe zusätzliche Kräfte eingestellt – der schleichende Beschäftigungsrückgang ist damit nicht gebrochen. Auch die Umsätze bleiben verhalten: 48 Prozent melden gleichbleibende, 17 Prozent gestiegene (Vorjahr: 16) und 35 Prozent rückläufige Umsätze (Vorjahr: 32). Besonders deutlich fällt der Rückgang im Kraftfahrzeuggewerbe aus, das Bauhauptgewerbe zeigt sich gespalten: 27 Prozent steigende, 45 Prozent sinkende Umsätze.

Aufträge, Preise, Investitionen: Der Auftragsbestand weist weiter nach unten: Inzwischen melden 40 Prozent der Betriebe schrumpfende Aufträge (Herbst 2025: 32, Frühjahr 2026: 37), nur 13 Prozent einen Anstieg. Die Verkaufspreise steigen nur noch verhalten: 32 Prozent der Betriebe haben zuletzt erhöht (Frühjahr: 41), nur im Kraftfahrzeuggewerbe waren es mehr als zwei Drittel. Sorgen bereitet die Investitionsbereitschaft: Seit 2023 übersteigt der Anteil der Betriebe mit rückläufigen Investitionen regelmäßig den derer, die mehr investieren – zuletzt fuhren 27 Prozent ihre Investitionen zurück, nur 12 Prozent verstärkten sie.

Ausblick: Für das vierte Quartal zeichnet sich keine Belebung ab, denkbar ist eine deutliche Abschwächung im Winterhalbjahr. Über 80 Prozent der Betriebe gehen von einer unveränderten Mitarbeiterzahl aus, doch der Anteil derer, die einen Rückgang erwarten, stieg von sechs auf 14 Prozent; Ausweitungen planen nur noch vier Prozent. Bei den Auftragsbeständen rechnet ein Fünftel mit einem Anstieg, 28 Prozent mit einem Rückgang (Vorjahr: 20). Kunden müssen weiter mit verhaltenen Preisanstiegen rechnen: 31 Prozent der Betriebe planen Erhöhungen – besonders im Kraftfahrzeuggewerbe, wo mehr als die Hälfte Preisanstiege erwartet.

Branchen: Das Bild ist gemischt. Das Bauhauptgewerbe steht schlechter da als im Vorjahr: Nur noch 27 Prozent melden eine gute Geschäftslage, etwa ebenso viele eine schlechte. Im Kraftfahrzeuggewerbe hält die Verunsicherung angesichts angedachter Werksschließungen an: 14 Prozent bewerten ihre Lage als gut, jeder zweite Betrieb erwartet eine Verschlechterung. Deutlich erholt hat sich das personenbezogene Dienstleistungsgewerbe (44 Prozent bezeichnen ihre Lage als gut, ein Drittel erwartet mehr Geschäftstätigkeit); stabilisiert zeigt sich das Handwerk für den gewerblichen Bedarf (rund 40 Prozent gute Lage, schlechte Lage 13 Prozent (Frühjahr: 20)). Das Ausbaugewerbe blickt pessimistisch auf das nächste Quartal, die Lebensmittelhandwerke bewerten ihre Lage als befriedigend, die Gesundheitshandwerke als befriedigend bis schlecht.