Handwerkskammer

Geschäftsdaten der Handwerkskammer Hamburg

1. Die Handwerkskammer Hamburg – eine unternehmerisch geführte öffentlich-rechtliche Institution

Die Handwerkskammer Hamburg ist eine öffentlich-rechtliche Körperschaft, die sich als Dienstleistungseinrichtung für ihre Mitglieder, ihre Partner in Wirtschaft und Gesellschaft sowie für andere öffentliche Dienststellen der Verwaltung versteht. Die Aktivitäten der Handwerkskammer Hamburg richten sich nach den Maßnahmen und Strategien, die die Vollversammlung beschlossen hat.

Die Vollversammlung setzt sich zusammen aus 39 gewählten ehrenamtlichen Vertretern, die die in der Handwerkskammer organisierten Handwerke und handwerksähnlichen Gewerke repräsentieren. Zwei Drittel ihrer Mitglieder sind Selbständige, ein Drittel ist als Arbeitnehmer im Handwerk tätig. Die Wahl der Vollversammlung und ihre Tätigkeit werden durch die Handwerksordnung (HwO) und die Satzung der Handwerkskammer geregelt.

Die Vollversammlung wählt einen Vorstand und eine Geschäftsführung,
um die von ihr getroffenen Entscheidungen umzusetzen und die Geschäfte der Handwerkskammer zu führen. Vollversammlung, Vorstand und Ausschüsse nehmen ihre Aufgaben ehrenamtlich wahr und erhalten dafür eine Aufwandsentschädigung. In 2015 betrug die Aufwandsentschädigung des sechsköpfigen Vorstandes 80.000 Euro.

Die Arbeit der Handwerkskammer Hamburg wird von der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation begleitet. Als Aufsichtsbehörde der Handwerkskammer Hamburg genehmigt sie die Wirtschaftspläne und Jahresabschlüsse sowie alle weiteren nach der Handwerksordnung zu genehmigenden Entscheidungen der Vollversammlung.

Zur Steuerung ihrer Aktivitäten hat die Handwerkskammer Hamburg in den letzten Jahren systematisch Führungsinstrumente entwickelt. Im Rahmen eines Zielvereinbarungsprozesses werden aus strategischen Zielen jahresbezogen Handlungsmaßnahmen abgeleitet, die für die einzelnen Geschäftsbereiche und ihre Mitarbeiter in Zielvereinbarungen einfließen. 195 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren in den fünf Geschäftsbereichen der Handwerkskammer tätig, im Rahmen von durch Drittmittel finanzierten Projekten waren weitere 65 Mitarbeiter/innen beschäftigt. Die Handwerkskammer hatte in 2015 einen Hauptgeschäftsführer und fünf Geschäftsführer/innen bzw. Geschäftsbereichsleiter/innen, von denen eine zusätzlich die Position der stellvertretenden Hauptgeschäftsführerin innehat. Im Jahr 2015 betrug die Summe der Gehälter (AN-Brutto) aller sechs Geschäftsführer bzw. Geschäftsbereichsleiter 532.000 Euro.

Der Hauptgeschäftsführer und seine Stellvertreterin haben befristete Verträge. Rund 80 Prozent ihrer Beschäftigten hat die Handwerkskammer Hamburg unbefristet eingestellt. Arbeitsverträge im Zusammenhang mit Projektaufträgen werden dagegen in der Regel befristet.

2. Kaufmännische Rechnungslegung im Sinne der Transparenz

Mit der Aufstellung von Jahresabschlüssen in Form von Bilanzen sowie Gewinn- und Verlustrechnungen macht die Handwerkskammer Hamburg nicht nur der Vollversammlung, sondern allen Mitgliedern und der Öffentlichkeit das wirtschaftliche Ergebnis ihrer Arbeit transparent. Ebenso wird die Entwicklung des Vermögens dargelegt, das sie zur Umsetzung ihrer in der Handwerksordnung festgelegten Aufgaben verwaltet. Ihre Jahresabschlüsse veröffentlicht die Handwerkskammer Hamburg im Internet. Die Eckdaten des Jahresabschlusses 2015 bilden eine Bilanzsumme von 83,1 Mio. Euro, einen Jahresumsatz von 31,5 Mio. Euro und einen Jahresüberschuss von 895.000 Euro. Der Jahresabschluss wird von einem Wirtschaftsprüfer geprüft und testiert.

3. Effiziente Verwaltung der Kammergebäude

Die Handwerkskammer Hamburg nimmt ihre Aufgaben an zwei Standorten wahr. Im Bereich Holstenwall/Schuldts Stift in der Neustadt sind die hoheitliche Verwaltung sowie die Geschäftsbereiche mit Beratungs- und Dienstleistungsangeboten für die Betriebsführung untergebracht. Das von Fritz Schumacher 1912-1917 erbaute Gewerbehaus repräsentiert architektonisch mit vielen Details die weitgespannte Schaffenskraft des Handwerks. Das Gewerbehaus ist über ein Parkhaus mit dem Bürohaus Schuldts Stift 3 verbunden. Da auch zahlreiche Hamburger Innungen hier beheimatet sind, ist der Holstenwall die erste Adresse der Hamburger Handwerksorganisationen.

Am Standort Harburg hat die Handwerkskammer Hamburg 2008 mit dem ELBCAMPUS ein neues  Bildungszentrum gebaut. Der ELBCAMPUS ist eine Zukunftsinvestition für das Handwerk im Hamburger Wirtschaftsraum und zählt zu den führenden Bildungseinrichtungen in Deutschland.

Daneben verwaltet die Handwerkskammer Hamburg noch eine Altenwohnanlage mit 178 Wohnungen in Hamburg-Fuhlsbüttel. Der Seniorenwohnpark war Ende der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts aus der Johann und Pauline Reimer-Stiftung hervorgegangen. Die Stiftung des Handwerksunternehmers Reimer und seiner Frau hat keine eigene Rechtspersönlichkeit und wird deshalb als Sondervermögen von der Handwerkskammer Hamburg geführt.

Die kammereigenen Gebäude werden als organisatorische Einheit getrennt bewirtschaftet, um das Ergebnis der Gebäudeverwaltung transparent ausweisen zu können.

Während im ELBCAMPUS bereits auf eine moderne Gebäudeleittechnik zurückgegriffen werden kann, erfolgt für das fast 100jährige Gewerbehaus die Modernisierung sukzessive.

4. Finanzierung überwiegend aus eigener Kraft

Die Handwerkskammer Hamburg finanziert sich überwiegend aus Einnahmen, die durch eigene Aktivitäten erwirtschaftet werden. Rund zwei Drittel der Einnahmen werden durch Erlöse aus Bildungsangeboten, Verwaltungsleistungen, öffentliche Zuwendungen für Projekte und Kostenerstattungen realisiert. Soweit es sich um den Bildungsbereich oder um Projekte handelt, sind die Angebote der Handwerkskammer Hamburg marktorientiert ausgerichtet. Die erforderliche Kostendeckung durch eigene Einnahmen stellt sicher, dass die Angebote der Handwerkskammer Hamburg bedarfsorientiert sind und zur Förderung der Betriebe und Beschäftigten des Handwerks beitragen.

5. Projekte für ein bedarfsgerechtes Dienstleistungsangebot

Die Handwerkskammer Hamburg hat die Förderung des Handwerks in den letzten Jahren erfolgreich ausgeweitet. Dies gelang insbesondere durch die zielorientierte Akquisition von Projekten, die durch Zuwendungen des Landes, des Bundes und der EU gefördert werden. 2015 konnten dem Hamburger Handwerk auf diese Weise Dienstleistungen und Beratungen im Umfang von 3,5 Mio. Euro zur Verfügung gestellt werden. Inhaltliche Schwerpunkte sind dabei die Gewinnung des Berufsnachwuchses und von Fachkräften, die Qualifizierung und Integration von Migranten sowie Beratungsleistungen im Umweltbereich.

6. Beteiligungen - Instrument der Wirtschaftsförderung

Auch die Beteiligungen der Handwerkskammer Hamburg an Tochtergesellschaften und anderen Unternehmen dienen der Wirtschaftsförderung des Handwerks. Dabei geht es um Leistungen, die über die in der Handwerksordnung festgelegten Aufgaben (§ 91 HwO) hinausgehen und die auch von Dritten erbracht werden bzw. erbracht werden könnten. Diese Leistungen offeriert die Handwerkskammer Hamburg ihren Mitgliedern nicht als öffentlich-rechtlicher Anbieter, sondern - für gleiche Wettbewerbsbedingungen - im Rahmen privater Unternehmen. Die Handwerkskammer tritt insbesondere dann als privater Anbieter auf, wenn vom Handwerk benötigte innovative Leistungen nicht von Dritten bereit gestellt werden. Schwerpunkte der Beteiligungen sind die Schweißtechnik, Managementberatung, Qualitätsmanagement in den Gesundheitshandwerken und Personaldienstleistungen. Einen innovativen Weg geht die Handwerkskammer Hamburg auch zusammen mit der Berufsakademie Hamburg BA-H gGmbH. Sie bietet Abiturienten ein duales Ausbildungsangebot, das ihnen eine Lehre parallel zu einem Bachelorstudiengang ermöglicht (siehe folgende Tabelle der Beteiligungen der Handwerkskammer).

Handwerkskammer Hamburg - Beteiligungen

(in Klammern der Beteiligungsanteil)

SLV Nord gGmbH (100%)
Gewerbeförderung Handwerkskammer Hamburg GmbH (100%)
Berufsakademie Hamburg (BAH) (56%)
Verlag Nord-Handwerk GmbH (35%)
HWF Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung mbH (14%)
Hochschule 21 GmbH (13%)
Bürgschaftsgemeinschaft Hamburg GmbH (1,9%)
hySOLUTIONS GmbH (4%)

Zur Stärkung ihres Auftrags und der damit verbundenen handwerkspolitischen Interessen ist die Handwerkskammer Hamburg auch in einzelnen Vereinen und Stiftungen Mitglied.

7. Kammerbeiträge decken ein Drittel der Kosten

Die Handwerkskammer Hamburg hat 15.092 Mitgliedsbetriebe (Stand 31.12.2015). Sie finanzieren mit ihren Beiträgen Leistungen, für die die Kammer keine eigenen Erlöse erzielen kann. Gemäß § 113 Nr. 1 der Handwerksordnung können nicht anderweitig gedeckte Kosten durch Beiträge der Mitgliedsbetriebe finanziert werden. So betrugen die dem Geschäftsjahr 2015 zuzuordnenden Beitragseinnahmen 10,713 Mio. Euro zuzüglich Nachveranlagungen für Vorjahre in Höhe von 1,1 Mio. Euro. Die Beiträge finanzieren zurzeit nur rund ein Drittel aller Ausgaben der Handwerkskammer Hamburg.

Die Beiträge setzen sich aus festen und variablen Beträgen zusammen. Die für die Beitragsfestsetzung erforderlichen Festbeträge und Beitragssätze werden jedes Jahr neu von der Vollversammlung beschlossen. Der Beitragsbeschluss der Vollversammlung muss von der Aufsichtsbehörde genehmigt werden.

Im Jahr 2015 zahlten rund zwei Drittel der Mitglieder nur den Grundbeitrag. Er beträgt pro Jahr für natürliche Unternehmen 233 Euro und für juristische Personen 706 Euro. Aufgrund der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Gehältern der Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer bei der Gewinnermittlung der juristischen Personen sind die Grundbeiträge unterschiedlich. Der variable Teil des Kammerbeitrags richtet sich nach der Ertragslage der Mitgliedsbetriebe. Die Hebesätze betragen für Gewinne bzw. Gewerbeerträge bis 125.000 Euro 1, 77 Prozent und für 125.000 Euro übersteigende Gewinne und Gewerbeerträge 0,95 Prozent. Bei der Beitragsberechnung wird ein Freibetrag von 12.500 Euro berücksichtigt.

Existenzgründer und -gründerinnen sind in den ersten Jahren ihrer Selbstständigkeit gemäß § 113 Abs 2 der Handwerksordnung ganz oder teilweise vom Beitrag zur Handwerkskammer befreit.

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Ute Kretschmann
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Tel.: 040 35905-227
Mob.: 0175-7226948
Fax: 040 35905-309
E-Mail: ute.kretschmann(at)hwk-hamburg.de
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