Geschäftsdaten


Foto: A. Dedic

Geschäftsdaten der Handwerkskammer Hamburg

Die Handwerkskammer Hamburg - Eine unternehmerisch geführte öffentlich-rechtliche Institution

Die Handwerkskammer Hamburg ist eine öffentlich-rechtliche Körperschaft, die sich als Dienstleistungseinrichtung für ihre Mitglieder, ihre Partner in Wirtschaft und Gesellschaft sowie für andere öffentliche Dienststellen der Verwaltung versteht. Die Aktivitäten der Handwerkskammer Hamburg richten sich nach den Maßnahmen und Strategien, die die Vollversammlung beschlossen hat.

Die Vollversammlung setzt sich zusammen aus 39 gewählten ehrenamtlichen Vertretern, die die in der Handwerkskammer organisierten Handwerke und handwerksähnlichen Gewerke repräsentieren. Zwei Drittel ihrer Mitglieder sind Selbständige, ein Drittel ist als Arbeitnehmer im Handwerk tätig. Aus ihrer Mitte wählt die Vollversammlung den Präsidenten und die übrigen Mitglieder des Vorstands. Dem Vorstand obliegt die Verwaltung der Handwerkskammer, er bedient sich dazu hauptamtlicher Mitarbeiter unter Leitung des Hauptgeschäftsführers.

Die Arbeit der Handwerkskammer Hamburg wird von der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation begleitet. Als Aufsichtsbehörde der Handwerkskammer Hamburg genehmigt sie die Wirtschaftspläne und Jahresabschlüsse sowie alle weiteren nach der Handwerksordnung zu genehmigenden Entscheidungen der Vollversammlung.

Kaufmännische Rechnungslegung im Sinne der Transparenz

Mit der Aufstellung von Jahresabschlüssen in Form von Bilanzen sowie Gewinn- und Verlustrechnungen macht die Handwerkskammer Hamburg nicht nur der Vollversammlung, sondern allen Mitgliedern und der Öffentlichkeit das wirtschaftliche Ergebnis ihrer Arbeit transparent. Ebenso wird die Entwicklung des Vermögens dargelegt, das sie zur Umsetzung ihrer in der Handwerksordnung festgelegten Aufgaben verwaltet. Ihre Jahresabschlüsse veröffentlicht die Handwerkskammer Hamburg im Internet. Die Eckdaten des Jahresabschlusses 2019 bilden eine Bilanzsumme von 87,637 Mio. Euro, Erträge in Höhe von 32,279 Mio. Euro und ein Jahresüberschuss von 58,939 TEuro.

Der Jahresabschluss wurde von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Dürkop, Möller und Partner geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Ebenso hat die zusätzliche Prüfung nach § 53 HGrG keine Beanstandung der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung ergeben.

Effiziente Verwaltung der Kammergebäude

Die Handwerkskammer Hamburg nimmt ihre Aufgaben an zwei Standorten wahr. Im Bereich Holstenwall/Schuldts Stift in der Neustadt sind die hoheitliche Verwaltung sowie die Geschäftsbereiche mit Beratungs- und Dienstleistungsangeboten für die Betriebe untergebracht. Das von Fritz Schumacher 1912-1917 erbaute Gewerbehaus repräsentiert architektonisch mit vielen Details die weitgespannte Schaffenskraft des Handwerks. Das Gewerbehaus ist über ein Parkhaus mit dem Bürohaus Schuldts Stift 3 verbunden. Da auch zahlreiche Hamburger Innungen hier beheimatet sind, ist der Holstenwall die erste Adresse der Hamburger Handwerksorganisationen.

Am Standort Harburg hat die Handwerkskammer Hamburg 2008 mit dem ELBCAMPUS ein neues Bildungszentrum gebaut. Der ELBCAMPUS ist eine Zukunftsinvestition für das Handwerk im Hamburger Wirtschaftsraum und zählt zu den führenden Bildungseinrichtungen im Handwerk in Deutschland.

Daneben verwaltet die Handwerkskammer Hamburg noch eine Altenwohnanlage mit 178 Wohnungen in Hamburg-Fuhlsbüttel. Der Seniorenwohnpark war Ende der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts aus der Johann und Pauline Reimer-Stiftung hervorgegangen. Die Stiftung des Handwerksunternehmers Reimer und seiner Frau hat keine eigene Rechtspersönlichkeit und wird deshalb als Sondervermögen von der Handwerkskammer Hamburg geführt.

Die kammereigenen Gebäude werden als organisatorische Einheit getrennt bewirtschaftet, um das Ergebnis der Gebäudeverwaltung transparent ausweisen zu können.

Während im ELBCAMPUS bereits auf eine moderne Gebäudeleittechnik zurückgegriffen werden kann, erfolgt für das fast 100jährige Gewerbehaus die Modernisierung sukzessive.

Finanzierung überwiegend aus eigener Kraft

Die Handwerkskammer Hamburg finanziert sich überwiegend aus Einnahmen, die durch eigene Aktivitäten erwirtschaftet werden. Knapp zwei Drittel der Einnahmen werden durch Erlöse aus Bildungsangeboten, Verwaltungsleistungen, öffentliche Zuwendungen für Projekte und Kostenerstattungen realisiert. Soweit es sich um den Bildungsbereich oder um Projekte handelt, sind die Angebote der Handwerkskammer Hamburg marktorientiert ausgerichtet. Die erforderliche Kostendeckung durch eigene Einnahmen stellt sicher, dass die Angebote der Handwerkskammer Hamburg bedarfsorientiert sind und zur Förderung der Betriebe und Beschäftigten des Handwerks beitragen.

Projekte für ein bedarfsgerechtes Dienstleistungsangebot

Die Handwerkskammer Hamburg hat die Förderung des Handwerks in den letzten Jahren erfolgreich ausgeweitet. Dies gelang insbesondere durch die zielorientierte Akquisition von Projekten, die durch Zuwendungen des Landes, des Bundes und der EU gefördert werden. 2019 konnten dem Hamburger Handwerk auf diese Weise Dienstleistungen und Beratungen im Umfang von 3,022 Mio. Euro zur Verfügung gestellt werden. Inhaltliche Schwerpunkte sind dabei die Gewinnung des Berufsnachwuchses und von Fachkräften, die Qualifizierung und Integration von Migranten, sowie Unterstützung der Betriebe in den Bereichen Digitalisierung und Umwelt.

Beteiligungen - Instrument der Wirtschaftsförderung

Auch die Beteiligungen der Handwerkskammer Hamburg an Tochtergesellschaften und anderen Unternehmen dienen der Wirtschaftsförderung des Handwerks. Dabei geht es um Leistungen, die über die in der Handwerksordnung festgelegten Aufgaben der Handwerkskammer (§ 91 HwO) hinausgehen und die auch von Dritten erbracht werden bzw. erbracht werden könnten. Diese Leistungen offeriert die Handwerkskammer Hamburg ihren Mitgliedern nicht als öffentlich-rechtlicher Anbieter, sondern - für gleiche Wettbewerbsbedingungen - im Rahmen privater Unternehmen.

Die Handwerkskammer Hamburg ist an folgenden Unternehmen beteiligt (in Klammern der Beteiligungsanteil):

  • SLV Nord gGmbH (100%)
  • Gewerbeförderung Handwerkskammer Hamburg GmbH (100%)
  • Berufsakademie Hamburg (BAH) (61%)
  • Verlag Nord-Handwerk GmbH (35%)
  • Hamburg Invest Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH (14%)
  • hySOLUTIONS GmbH (4%)
  • Bürgschaftsgemeinschaft Hamburg GmbH (1,9%)
  • Kolbenwerk eG (50 Genossenschaftsanteile a 1 T€)


Kammerbeiträge decken ein Drittel der Kosten

Die Handwerkskammer Hamburg hatte zum Stand 31.12.2019 15.253 Mitgliedsbetriebe. Sie finanzieren mit ihren Beiträgen Leistungen, für die die Kammer keine eigenen Erlöse erzielen kann. Gemäß § 113 Nr. 1 der Handwerksordnung können nicht anderweitig gedeckte Kosten durch Beiträge der Mitgliedsbetriebe finanziert werden. Die Beitragseinnahmen betrugen im Jahr 2019 13,502 Mio. Euro. Die Beiträge finanzieren zurzeit nur rund 40% aller Ausgaben der Handwerkskammer Hamburg.

Die Beiträge setzen sich aus festen und variablen Beträgen zusammen. Die für die Beitragsfestsetzung erforderlichen Festbeträge und Beitragssätze werden jedes Jahr neu von der Vollversammlung beschlossen. Der Beitragsbeschluss der Vollversammlung muss von der Aufsichtsbehörde genehmigt werden.

Die Vollversammlung hat im Dezember 2016 ein Finanzsicherungskonzept beschlossen, das unter anderem Beitragssatzerhöhungen bis 2020 ausschließt.

Im Jahr 2019 betrug der Grundbeitrag unverändert für natürliche Unternehmen 233,50 Euro und für juristische Personen 707,50 Euro. Aufgrund der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Gehältern der Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer bei der Gewinnermittlung der juristischen Personen sind die Grundbeiträge unterschiedlich hoch. Der variable Teil des Kammerbeitrags richtet sich nach der Ertragslage der Mitgliedsbetriebe. Die Hebesätze betragen für Gewinne bzw. Gewerbeerträge bis 125.000 Euro 1,77 Prozent und für 125.000 Euro übersteigende Gewinne und Gewerbeerträge 0,95 Prozent. Bei der Beitragsberechnung wird ein Freibetrag von 12.500 Euro berücksichtigt.

Existenzgründer und -gründerinnen sind in den ersten Jahren ihrer Selbstständigkeit gemäß § 113 Abs. 2 der Handwerksordnung ganz oder teilweise vom Beitrag zur Handwerkskammer befreit.

Ausführliche Informationen und Zahlen

Eine detaillierte Darstellung der hier im Überblick gegebenen Hinweise zur Geschäftstätigkeit der Handwerkskammer Hamburg sowie die zugehörigen Geschäftszahlen finden Sie in den jährlich veröffentlichten Jahresabschlüssen mit den zugehörigen Erläuterungen.

Ansprechpartnerin

Christiane Engelhardt
Pressesprecherin
Tel.: 040 35905-227
Fax: 040 35905-309
Mobil: 0175-7226948
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