Gruppe von Menschen plant Energiesparmaßnahmen an einem Tisch
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Kooperationsgemeinschaft der UmweltzentrenNachhaltigkeit im Handwerk

Die Handwerkskammer und der ZDH engagieren sich auf Bundes- und EU-Ebene für eine praktikable Erfassung und Nutzung von Nachhaltigkeitsdaten. Dabei ist wichtig, dass die Anforderungen an Nachhaltigkeitsinformationen oder -berichte von Auftraggebern und Banken der Betriebsgröße angemessen sind.

Bis Sommer 2026 will die EU einen freiwilligen Berichtsstandard für kleine und mittlere Unternehmen (VSME) per delegiertem Rechtsakt verabschieden. Wir setzen uns weiterhin dafür ein, dass dieser Standard nicht als Minimal-, sondern als Maximalberichterstattung für Banken und Auftraggeber gilt. Damit soll der sogenannten Trickle-down-Effekt abgeschwächt und die Vielzahl bürokratischer Datenanfragen an die Betriebe reduziert werden.

Das Zentrum für Energie-, Wasser- und Umwelttechnik (ZEWU) arbeitet im Austausch mit sechs weiteren Umweltzentren des Handwerks bundesweit zusammen.

Gemeinsam wurden praxisnahe Instrumente und Hilfsmittel entwickelt, die Unternehmen helfen, Energie und somit Kosten einzusparen. Diese Tools kommen vor allem in der direkten Betriebsberatung zum Einsatz, werden aber auch für die Qualifizierung von Kooperationspartnern wie interessierten Handwerkskammern, Innungen, Verbänden oder Beratungsbüros genutzt.



Was ist Nachhaltigkeit?

Nachhaltiges, wirtschaftliches Handeln bezieht sich nicht ausschließlich auf seine ökologischen Aspekte, sondern beinhaltet auch ökonomische und soziale Kriterien. Zusammenfassend spricht man von drei Dimensionen der Nachhaltigkeit. Für die drei Bereiche - Umwelt (Environment), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance), oder kurz:

ESG -  messbare Kriterien, mit deren Hilfe man die Nachhaltigkeit eines Unternehmens bewerten kann.  

  • Ökologische Nachhaltigkeit: umweltschonende Nutzung von natürlichen Ressourcen, Energieeffizienz, Reduzierung von CO2-Emissionen.
  • Ökonomische Nachhaltigkeit: Herstellung langlebiger Produkte, Fokus auf regionale Wertschöpfung.
  • Soziale Nachhaltigkeit: faire Arbeitsbedingungen, Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Zwischen den einzelnen Einflussfaktoren bestehen gegenseitige Abhängigkeiten, so führt beispielsweise ein geringerer Materialverbrauch bei der Herstellung eines Produktes zu weniger Treibhausgasemissionen und gleichzeitig zu geringeren Kosten. Aus diesem Grunde sollte man die ökologischen, ökonomischen und sozialen Nachhaltigkeitsaspekte nicht isoliert, sondern ganzheitlich betrachten.

Unternehmen, die ESG-Kriterien konsequent folgen, handeln nicht nur umweltbewusst - sie erzielen auch messbare, wirtschaftliche Erfolge:

  • bessere Kreditkonditionen und höhere Attraktivität für Investoren
  • einfacherer Zugang zu EU-Förderprogrammen und Vorteile bei öffentlichen Ausschreibungen
  • größeres Ansehen als Arbeitgeber: Mitarbeiterbindung und Fachkräftegewinnung
  • größere Kundenzufriedenheit und dadurch höhere Umsätze
  • Kostensenkung durch Risikominimierung, z. B. durch Vermeidung von Umweltrisiken
  • Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit

Grafik: Nachhaltigkeit von Handwerksbetrieben - Nachhaltigkeitsberichterstattung (ESG)



 

Werkzeuge und Leitfaden zur Energieeffizienz

Energie-Tool: Einfache Energiedatenerfassung

Nachhaltigkeitscheck 360 ⁰:  Rundum-Check in Sachen Nachhaltigkeit 

UmweltPartnerschaft: Bündnis für freiwilligen Umwelt- und Klimaschutz

Online-Beratungsleitfaden: Energieeffizienz im Handwerk

Betriebliche Mobilität: Hamburger UmweltFlotte



 

Fragen zum E-Tool:



 

Fragen zum Nachhaltigkeitscheck 360 ⁰





Warum ist die Nachhaltigkeitsberichterstattung wichtig?

Große Unternehmen sind gemäß der EU-Richtlinie hinsichtlich der Berichterstattung von Unternehmen (Corporate Sustainability Reporting Directive) verpflichtet, Nachhaltigkeitsberichte mit Informationen zu den Umwelt- Sozial- und Unternehmensführungsthemen zu veröffentlichen.

Die allermeisten Handwerksunternehmen sind nicht unmittelbar berichtspflichtig. Sehr viele Handwerksbetriebe sind jedoch Kreditnehmer, beantragen Fördermittel oder arbeiten als Zulieferer für große, berichtspflichtige Unternehmen.  Auf diese Weise sind diese Betriebe von der Berichtspflicht indirekt betroffen und müssen Informationen zu ihrer Nachhaltigkeit bereitstellen.

Für Handwerkbetriebe und für andere mittel- und kleine Unternehmen wurde ein freiwilliger Berichtsstandard (VSME) konzipiert, der diesen Unternehmen ermöglichen soll, strukturiert über ihre Nachhaltigkeit zu berichten und die Datennachfrage von Banken, Investoren und Großunternehmen zu befriedigen.

 

Freiwilliger Berichtsstandard für KMU

ZDH: Nachhaltigkeitsberichterstattung im Handwerk

Führe ich meinen Betrieb nachhaltig?

Um eine nachhaltige Ausrichtung von Handwerksbetrieben zu unterstützen und dabei auch die Informationsanforderungen, die von Finanzinstituten und Großunternehmen an Handwerksunternehmen gestellt werden, zu erfüllen, wurden zahlreiche Handlungsansätze und Werkzeuge entwickelt, die wir Ihnen gerne vorstellen:

E-Tool (Energie-Tool)

Mit dieser kostenfreien, webbasierten Anwendung können Sie den Strom-, Heiz-, Wasser- und Kraftstoffverbrauch Ihres Unternehmens über einen mehrjährigen Zeitraum erfassen und umfangreich auswerten. Durch die Analyse der Jahresenergieverbräuche und -kosten und deren Veranschaulichung mit relevanten Kennzahlen ist das E-Tool ist ein hervorragendes Controllinginstrument: Sie können die „Energiefresser“ in Ihrem Betrieb leicht identifizieren und Maßnahmen zur Kostensenkung und Energieeinsparung einleiten. Das E-Tool erstellt eine vollständige Energiebilanz und somit auch den CO2-Fußabdruck Ihres Unternehmens. Darüber hinaus beinhaltet das E-Tool weitere, hilfreiche Zusatzmodule wie beispielsweise einen Photovoltaik-Rechner zur Ermittlung der Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage, einen Betriebsentwicklungsplan zu mehr Energieeffizienz oder ein Tool zur Berechnung der durch die CO2-Bepreisung entstehenden Mehrkosten.

Das E-Tool wird kontinuierlich weiterentwickelt. Künftig soll es möglich sein, Nachhaltigkeitsberichte nach VSME-Standard vollständig mit dem ins Back-end des Zukunftskompasses eingebettenen E-Tool zu erstellen. Schon jetzt lässt sich die Auswertung des Energieverbrauchs und die CO2-Bilanz nach Scope 1,2 und 3 leicht in den VSME-Bericht übertragen.

Nachhaltigkeitscheck 360 ⁰

Überprüfen Sie mit uns die Nachhaltigkeit Ihres Betriebes auf Grundlage der von den Vereinten Nationen festgelegten 17 Nachhaltigkeitszielen. Der kostenfreie Nachhaltigkeitscheck 360 ⁰, der unter der Federführung der Handwerkskammer Dortmund entwickelt wurde, hilft Ihnen, den Ist-Zustand Ihres Unternehmens im Hinblick auf die ökologische, wirtschaftliche und soziale Nachhaltigkeit zu erfassen, Schwachstellen zu ermitteln und Verbesserungsmaßnahmen einzuleiten. Wir bieten Ihnen einen kostenfreien Nachhaltigkeitscheck in Verbindung mit einer Beratung zur Umweltpartnerschaft Hamburg an. 

UmweltPartnerschaft

Die UmweltPartnerschaft Hamburg ist ein Bündnis für freiwilligen Umwelt- und Klimaschutz des Hamburger Senats mit der Wirtschaft.  

Online-Beratungsleitfaden Energieeffizienz

Interessierten Handwerksbetrieben steht der Online-Beratungsleitfaden Energieeffizienz im Handwerk zur Verfügung. Er enthält gewerkespezifische Energieeinsparmöglichkeiten, stellt Optimierungen in häufig genutzten – sogenannten Querschnittstechnologien – vor und bietet außerdem die Möglichkeit, ein digitales E-Tool kostenlos zu nutzen.

Betriebliche Mobilität

Die Handwerkskammer Hamburg berät gezielt auch zur betrieblichen Mobilität, weil ein Großteil der betrieblichen Ausgaben rund um den Fuhrpark aufgewendet wird. Die Ausgaben setzen sich dabei nicht nur aus Fahrzeugkosten, Steuern oder Kraftstoff zusammen, sondern auch aus indirekten Kosten wie Verwaltungsaufwänden oder Personalkosten, die während der Fahrt oder beim Stehen im Stau entstehen können und in Hamburg einen erheblichen Anteil ausmachen. Zur Optimierung der Mobilität bietet das ZEWUmobil-Team eine kostenlose Beratung an.



 

Hamburger UmweltFlotte

Ein Siegel für umweltfreundliche Fahrten.

Hamburger Unternehmen können ihre betrieblichen Fahrzeuge als UmweltFlotte kenntlich machen, sofern ihr Flottenanteil an lokal emissionsfreien Fahrzeugen bereits 15% oder mehr beträgt.

Dazu gehören:

  • (Lasten-) Fahrräder mit oder
    ohne elektrische Unterstützung
  • Elektrisch betriebene Fahrzeuge
    (keine Hybridelektrofahrzeuge)
  • Brennstoffzellenfahrzeuge