Geänderte NormenRelevant für alle Metallbetriebe
Eine Standardisierung der Fertigungsprozesse auf internationalem Niveau – das ist der Zweck der Geometrischen Produktspezifikation (GPS). Umso wichtiger, dass Betriebe, speziell aus der Metallbranche, die jüngsten Normänderungen kennen.
Bereits seit 2022 gilt die Norm DIN EN ISO 22081 „Allgemeine geometrische und Größenmaßspezifikation”. Doch noch nicht allen Betrieben ist sie bekannt. Sie hat die weit verbreitete Norm ISO 2768 „Allgemeintoleranzen – Toleranzen für Form und Lage ohne einzelne Toleranzeintragung” ersetzt.
Als nationale Ergänzung ist im ISO-GPS-System zudem eine neue Norm „Allgemeintoleranzen – Tabellenwerte für geometrische Toleranzen und Toleranzen für Längen- und Winkelgrößenmaße ohne individuelle Toleranzangabe” (DIN 2769) eingeführt worden.
Bei GPS handelt es sich um einen Standard zur vollständigen geometrischen Beschreibung eines Werkstücks. Diverse Normen aus dem GPS-System finden sich je nach Anwendungsfall in Zeichnungen wieder.
Im Zuge der Verbesserung der ISO-GPS-Systems wurden mehrere Normen aktualisiert, nur hat die ISO 22081 sicherlich die einschneidendsten Folgen. Die Anwendung der Norm hat Einfluss auf den gesamten Betrieb, also die Arbeitsvorbereitung, Fertigung, das Qualitätsmanagement und so fort. Es geht in den Normen nicht nur um Toleranzen, sondern auch um die Darstellung von Symbolen, Vorgabe für Prüfmethoden und die Möglichkeit mit vollständig beschriebenen 3-D-Modellen statt Zeichnungen zu arbeiten.
In der Praxis wird das bedeuten, dass Betriebe, die Zulieferer sind, bei der Machbarkeitsanalyse bei Auftragsannahme unbedingt die neuen Normen kennen müssen, vor allem auch in Bezug auf das Prüfen. Auch Betriebe, die selbst konstruieren und extern fertigen lassen, müssen die Normen beherrschen und anwenden können, um nur zwei Beispiele zu nennen.
Fragen zu dem Thema beantwortet am Elbcampus André Bähr, Dozent für CNC, CAD und technische Kommunikation (Kontakt: siehe Kasten).