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BetriebsführungSchritt für Schritt zur Notstromversorgung

Ein großflächiger Stromausfall macht vor Betrieben nicht Halt – das war Anfang Januar nach dem Anschlag auf eine Kabelbrücke in Berlin zu beobachten. Voraussetzung, um im Notbetrieb arbeitsfähig zu bleiben, ist eine ausreichende Notstromversorgung. Eine kostenlose Broschüre vermittelt, wie diese gewährleistet werden kann. 

2.200 Firmen und Geschäfte waren in Berlin bis zu fünf Tage ohne Strom. In einem solchen Fall drohen Produktionsstillstand und Sicherheitsrisiken. Schon bei kurzen Ausfällen können Daten verloren gehen.

Die Broschüre des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) definiert die Schritte hin zu einer sicheren Notstromversorgung für Unternehmen und Behörden. Betriebsinhaber*innen müssen zunächst klären, welche Aufgaben in einer solchen Krisensituation nahtlos fortgeführt werden müssen. Anschließend sind die dafür erforderliche stromabhängige Infrastruktur und deren Energiebedarf zu ermitteln. Welche Bedeutung eine Notstromversorgung hat, unterscheidet sich je nach Branche und Größe des Betriebs. So ist es etwa im Lebensmittelhandwerk essenziell, die Kühlung aufrechtzuerhalten, damit Ware nicht verdirbt. 

Für eine zuverlässige Versorgung über mindestens 72 Stunden kommen Diesel-, aber auch Gasaggregate in Frage. Photovoltaik und Windkraft können in Kombination mit Energiespeichern dazu beitragen, die Laufzeit des gesamten Erzeugungssystems deutlich zu verlängern. Ein Notfallkonzept sollte unter anderem Antwort darauf geben, welche Arbeitsplätze bei Stromausfall weiter zu betreiben sind. Bestandteil ist zudem eine Erreichbarkeitsliste der Mitarbeitenden. Nicht zuletzt sind Wartung, Tests und Übungen einzuplanen.

Die Broschüre, die auch eine Checkliste enthält, kann online bestellt oder direkt heruntergeladen werden. Geht es an die praktische Umsetzung, stehen die Elektrohandwerke mit ihrem Knowhow bereit (Link: siehe Kasten).

Wie sich Betriebe darüber hinaus für Krisen-, Verteidigungs- und Katastrophenszenarien und damit für eine unsicher gewordene Weltlage wappnen können, ist Thema im neuen NordHandwerk (siehe „Links zum Thema"). 

Weil Informationen von offiziellen Stellen auf zahlreiche Quellen verteilt und oft schwer zu finden sind, hat eine seriöse private Initiative um den Hamburger Kommunikationsberater Christian Gummig nun eine nichtkommerzielle Website eingerichtet, die als neutrale Anlaufstelle für offizielle Vorsorge- und Kriseninformationen für die breite Öffentlichkeit dienen soll, ihr Name; „Deutschland macht Alarm". Strukturiert anhand von 20 Fragen werden Verlinkungen zu relevanten und verlässlichen Seiten wie Bundesministerien, Bundesämtern und Bundeswehr aufgelistet (Link: siehe Kasten). Als Medienpartner unterstützt die Hamburger Morgenpost das Projekt.