Bäcker schiebt Brot in den Backofen
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InteressenvertretungUmfrage: Lebensmittelhandwerk ächzt unter Bürokratie

Steigende Kosten belasten das Lebensmittelhandwerk – doch als größtes Hemmnis im Betriebsalltag sehen viele Betriebe nicht allein die Energiepreise, sondern die ausufernde Bürokratie. Das ist zentrales Ergebnisse der Trendradar-Befragung der Handwerkskammer unter Betrieben des Lebensmittelhandwerks in Hamburg.

Kostensteigerungen von über 25 Prozent seit 2022 melden gut drei Viertel der befragten Betriebe, bei einem Viertel liegt der Anstieg über 50 Prozent. Kostentreiber in Bäckereien, Fleischereien, Konditoreien und Co. sind Energie, Rohstoffe und Personalaufwendungen. Ausnahmslos alle befragten Betriebe haben darauf mit Preisanpassungen reagiert, viele auch mit Investitionsstopps oder reduzierten Öffnungszeiten. Die Folgen waren allerdings einschneidend, denn fast 60 Prozent der Betriebe verbuchen eine geringere Kundenzahl.

Steuerliche Hilfen wie eine weitere Absenkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel wären aus Sicht der Betriebe wünschenswert zur Unterstützung, auch die Strom- und Gaskosten sollten gedrosselt werden*. Noch drängender wird der Wunsch nach administrativer Entlastung geäußert: 76 Prozent der Betriebe nennen den Bürokratieabbau bei der Frage nach erforderlichen staatlichen Maßnahmen.

Auch in den offenen Antworten der Befragung zeigt sich dieses Bild: Die Betriebe fordern weniger Dokumentationspflichten, einfachere Vorgaben und mehr praxistaugliche Regelungen. Gerade kleinere Betriebe empfinden die Vielzahl an Auflagen zunehmend als hinderlich für den wirtschaftlichen Alltag.

Die Handwerkskammer nimmt diese Rückmeldungen auf, um sich gezielt für konkrete Entlastungen auf politischer Ebene einzusetzen. Wer Interesse an den weiteren Ergebnissen der Befragung hat, wendet sich an Frank Möller (siehe: Kontakt).

Das Trendradar ist eine Reihe von Kurzbefragungen der Handwerkskammer Hamburg zu wechselnden Themen.

* Bei der Stromsteuer tut sich etwas: Für das produzierende Gewerbe hat die Bundesregierung eine dauerhafte Absenkung auf den Weg gebracht. Die Stromsteuer wird damit auf dem Niveau des europäischen Mindestsatzes von 0,05 Cent pro Kilowattstunde verstetigt – auch für Bäckereien, Fleischereien und Co. Die Ampel-Regierung hatte die Steuer bereits für die Jahre 2024 und 2025 abgesenkt. Kritik übt das Handwerk daran, dass diese Steuerreduzierung nicht für alle Gewerke gleichermaßen gelten soll.