UmfrageMit dem Meisterbrief noch nicht am Ziel
Wer mit dem Meisterbrief den Sprung in der Selbstständigkeit wagt, kommt in aller Regel gut zurecht. Das ist Ergebnis einer Umfrage, die die Handwerkskammer unter Jungmeisterinnen und -meistern durchgeführt hat. Diejenigen, die eine Existenzgründung in Betracht ziehen, aber noch nicht realisiert haben, haben gleichwohl Zweifel an den Erfolgsaussichten. Die Umfrageergebnisse helfen der Kammer, praxisnahe Services für junge Fachkräfte anzubieten.
Auch in diesem Jahr freut sich das Hamburger Handwerk über rund 500 Handwerkerinnen und Handwerker, die ihre Meisterprüfung erfolgreich abgelegt haben. Von ihnen wollte die Handwerkskammer Hamburg wissen, wo sie derzeit stehen und welche Zukunftspläne sie haben.
Etwa zwei Drittel der Befragten sehen sich mit dem erreichten Meistertitel noch nicht am Ziel. Das ergab die Online-Umfrage, an der über 60 junge Meisterinnen und Meister teilgenommen haben. Dabei spielt der Wunsch nach einer Existenzgründung eine große Rolle. Allerdings zeigen sich bei den jungen Meisterinnen und Meistern auch deutliche Zweifel, ob sie den Weg in die Selbstständigkeit gehen können. Drei Viertel der Befragten fürchten die damit verbundene Unsicherheit, circa ein Drittel hat Zweifel an der eigenen Hartnäckigkeit. Daneben wird auch die angenommene große zeitliche Belastung einer Selbstständigkeit kritisch gesehen, was auf etwa 40 Prozent der Befragten zutrifft.
Umgekehrt äußern sich die bereits selbstständigen Befragungsteilnehmer*innen ohne Ausnahme positiv zu ihrer derzeitigen Situation. Keiner gab an, noch Startschwierigkeiten zu haben oder sogar über eine Aufgabe des Geschäfts nachzudenken. Das tatsächliche Risiko einer Existenzgründung im Hamburger Handwerk erscheint auf Basis dieser Ergebnisse als gering.
Nur knapp zwei Fünftel der jungen Handwerksunternehmer*innen haben ihren Betrieb von Eltern oder Verwandten übernommen. Fast die Hälfte ist dagegen in einem neu gegründeten Betrieb aktiv. Die übrigen haben je zur Hälfte einen fremden Betrieb übernommen oder zusammen mit einer/einem Bekannten neu gegründet.
Junge Existenzgründerinnen und - gründer, so zeigt die Befragung, beschränken sich nicht auf die Soloselbstständigkeit oder kleine Betriebe. Die Antworten zeigen ein ausgewogenes Bild, zu gleichen Anteilen sind Einzelunternehmer*innen, Betriebe mit zwei bis fünf Beschäftigten und noch größere Unternehmen vertreten.
Bei fast jedem fünften der derzeit im Angestelltenverhältnis arbeitenden Befragungsteilnehmer ist die Selbstständigkeit bereits für einen späteren Zeitpunkt vorbereitet, ob als Übernahme eines Betriebs innerhalb der Familie oder aufgrund zuvor geknüpfter Kontakte.
Die kompletten Ergebnisse der Befragung inklusive Grafiken werden demnächst auf der Website der Handwerkskammer veröffentlicht. Hilfestellung zur Existenzgründung und Betriebsnachfolge erhalten Gründungswillige bei der Betriebsberatung der Handwerkskammer und dem Projekt Nachfolgelotsen (siehe „Links zum Thema").