InteressenvertretungMit Mut und dem richtigen Bohrer an dicke Bretter
Mehr Gemeinsinn, Umsetzungswillen und mutige politische Entscheidungen forderte Präsident Hjalmar Stemmann bei der Jahresschlussversammlung der Handwerkskammer. Bürgermeister Peter Tschentscher erhielt von ihm einen Bohrer, damit Handwerk und Politik gemeinsam „dicke Bretter" bohren. Impressionen der Veranstaltung sind auf Facebook zu finden.
Präsident Stemmann stellte den Masterplan Handwerk 2030 in den Mittelpunkt, in dem der Senat dem Handwerk Zusagen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen gemacht hat (Link: siehe Kasten). Die Mitte 2026 anstehende Überprüfung, was bisher erreicht wurde, bezeichnete er als entscheidenden Moment. Davon müsse das Signal ausgehen, dass „Fortschritt machbar ist“.
An die rund 300 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft appellierte der Handwerkskammer-Präsident: „Wir brauchen ein neues Wir-Gefühl, einen verlässlichen Konsens, wie wir diese Stadt gemeinsam zukunftsfest machen wollen." Und weiter: „Wir müssen mit dem richtigen Bohrer an die richtig dicken Bretter heran“, so Stemmann. Als Aufgaben benannte er unter anderem:
- Standorte fürs Handwerk im innerstädtischen Raum bereitstellen: Neue Gewerbeflächen müssen geschaffen werden.
- Den Bedarf an Fachkräften decken – aus dem eigenen Nachwuchs, aber auch aus dem Ausland.
- Handwerk braucht Innovation und das heißt: Unterstützung bei Digitalisierung und für KI-Anwendungen.
Bedarf für den Bohrer meldete auch gleich Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard an. Gebraucht werde dieser beispielsweise, um nach dem Modell der Meistermeile neue Flächen für das Handwerk zu sichern sowie um bis 2030 das Vorhaben zu realisieren, 3.000 Wohnheimplätze für Auszubildende zu schaffen.
Zu den dicken Brettern, die der Senat zu bohren hat, gehört nach den Worten von Peter Tschentscher das Vorhaben der Klimaneutralität, die Hamburg laut Volksentscheid schon bis 2040 erzielen soll. Grund zur Panik müsse die forcierte Transformation niemandem bereiten, unterstrich der Bürgermeister, der Senat werde „keinen Unfug machen". Ob Wärmepumpen oder Solar – „das läuft alles auf drei Dinge hinaus: Handwerk, Handwerk, Handwerk“.
Mit der Ehrennadel in Silber der Handwerkskammer Hamburg wurden Tischler Ingo Möller – sein ehrenamtliches Engagement in der Vollversammlung gilt der beruflichen Bildung – sowie Dreifachmeister Jens-Peter Hagemeier ausgezeichnet. Hagemeier ist Gas- und Wasserinstallateur, Klempner und Dachdecker und engagiert sich seit vielen Jahren stark in Ausbildungsfragen, bei Umweltthemen und in der Kammerarbeit.
An Glück soll es 2026 nicht fehlen. Wie es bei der Jahresschlussversammlung Tradition ist, verabschiedeten die Profis vom Schornsteinfeger-Handwerk die Gäste des Abends mit einer Glücksmünze.