UmfrageNachhaltigkeit: Förderung muss maßgerecht sein
Die Motivation, nachhaltig zu wirtschaften, ist hoch in den Betrieben des Hamburger Handwerks. Was häufig fehlt, sind Förderprogramme, die auf kleinere Betriebsgrößen zugeschnitten sind. Das ist ein Ergebnis aus der neuesten Trendradar-Befragung unter Mitgliedsbetrieben der Handwerkskammer.
Angesichts der weltweit hohen Belastung der Umwelt und der immer deutlicher sichtbar werdenden Auswirkungen des Klimawandels hat die Umstellung auf nachhaltiges Wirtschaften heute hohe Priorität. Entsprechend werden in vielen Wirtschaftszweigen bereits erhebliche Anstrengungen unternommen. Wie der aktuelle Stand in den Handwerksbetrieben vor Ort ist, hat die Handwerkskammer mit einer Online-Befragung im Mai erkundet – nicht zuletzt, um Möglichkeiten für eine sinnvolle Unterstützung zu ermitteln.
Grundsätzlich ist unter den Befragungsteilnehmer*innen das Thema Nachhaltigkeit gesetzt. Fast 80 Prozent geben an, dass sich ihr Engagement aus persönlicher Überzeugung beziehungsweise gesellschaftlicher Verantwortung speist. Weitere Beweggründe, nachhaltig zu wirtschaften, resultieren aus Kundenwünschen oder anderen Markterfordernissen, aus gesetzlichen Vorgaben oder auch wirtschaftlichen Vorteilen, zum Beispiel durch Energieeinsparung. Diese Punkte werden von je circa 30 bis 40 Prozent der Befragten genannt.
Auf die Frage nach den größten Hürden bei der Umsetzung von Vorhaben für mehr Nachhaltigkeit nennen über 70 Prozent der Befragten die hohen Investitionskosten. Gleich dahinter rangieren bürokratische Hemmnisse.
Fast die Hälfte der Befragungsteilnehmer*innen gibt an, Förderprogramme zu benötigen, die auch geringe Fördersummen erlauben, denn nur so können auch kleinere Betriebe profitieren. Dabei spricht sich etwa die Hälfte der Betriebe für staatliche Zuschüsse statt für vergünstigte Kredite aus. Es sind offensichtlich die vielen kleinen Umstellungen, wie etwa auf LED-Beleuchtung, mit denen Nachhaltigkeit im Handwerk erreicht wird.
Welche weiteren Wünsche an staatliche Förderungen bestehen, ist in der Auswertung der Umfrage nachzulesen. Dort finden sich auch Grafiken zu den zentralen Ergebnissen (siehe „Links zum Thema"). Das Trendradar ist eine Reihe von Kurzbefragungen der Handwerkskammer Hamburg zu wechselnden Themen.
Für Maßnahmen zum Klimaschutz, zu Material- und Energieeffizienz können sich Mitgliedsbetriebe der Handwerkskammer kostenfrei durch die Umweltberater*innen des Projekts ZEWUmobil beraten lassen. Eine erste Einschätzung, wie sie auf dem Feld der Nachhaltigkeit aufgestellt sind, erhalten Betriebe durch den kostenfreien Online-Schnellcheck auf dem Nachhaltigkeitsportal des Handwerks. Zugleich werden Ansatzpunkte für weitere Maßnahmen sichtbar (Links: siehe Kasten).